{"id":593,"date":"2022-10-11T17:16:08","date_gmt":"2022-10-11T16:16:08","guid":{"rendered":"https:\/\/micro-meets-macro.com\/?page_id=593"},"modified":"2022-10-11T17:40:31","modified_gmt":"2022-10-11T16:40:31","slug":"klimapolitik-und-energierohstoffe-ein-paar-bemerkungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/micro-meets-macro.com\/en\/klimapolitik-und-energierohstoffe-ein-paar-bemerkungen","title":{"rendered":"Klimapolitik und Energierohstoffe \u2013 ein paar Bemerkungen"},"content":{"rendered":"\n<h3><strong>Markus Mezger&nbsp; |&nbsp; &nbsp;15. Oktober 2020<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>COVID oder Greta? COVID und Greta!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Friday\u2019s for Future Fans m\u00fcssen sich in diesem Fr\u00fchjahr vorgekommen sein wie im falschen Film. Medien und Politik waren von einem Virus besessen und \u00fcberboten sich gegenseitig in der Dramatisierung des Geschehens. In einigen F\u00e4llen h\u00e4lt der fiebrige Wahn bis heute an. Die zuvor hofierten Protagonisten der Klimaaktivisten versanken kurzfristig in der Versenkung. Doch es dauerte nicht lange bis sie sich einen Teil der Medien- und Politikaufmerksamkeit zur\u00fcckerk\u00e4mpften. Das fing bereits mit den Konjunkturhilfen an, die die deutsche Bundesregierung infolge des st\u00e4rksten Wirtschaftseinbruchs seit dem Zweiten Weltkrieg Anfang Juni dieses Jahres beschlossen hatte. Zus\u00e4tzliche Autokaufpr\u00e4mien werden nur f\u00fcr Fahrzeuge mit Elektroantrieb gew\u00e4hrt. Ganz nach dem Motto als seien die Hersteller, die vorwiegend Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verkaufen, nicht durch die Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung des Corona-Virus, sondern selbstverschuldet in Not geraten. Mitte September legte dann die EU-Kommission nach. Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen hat eine Versch\u00e4rfung der EU-Klimaziele vorgeschlagen und einen begehrlichen Blick auf die 750 Milliarden Euro geworfen, die von den EU-Staaten als Hilfspaket zur Abmilderung der Corona-Krise bereitgestellt wurden. Die Verbindung von Krisenhilfen mit klimapolitischen Zielvorstellungen widerspricht der Tinbergen-Regel. Demnach kann die Politik nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, sondern ben\u00f6tigt f\u00fcr jedes wirtschaftspolitische Ziel ein eigenes Instrumentarium. Eine Verbindung von Konjunkturhilfen mit klimapolitischen Zielen ist daher nicht sinnvoll.<\/p>\n<p>Beide Beispiele zeigen aber gut, woher der Wind wehen wird, wenn die Ma\u00dfnahmen gegen das Corona-Virus \u2013 sei es durch die Entwicklung eines Impfstoffes oder durch eine gr\u00f6\u00dfere Toleranz gegen\u00fcber der Verbreitung des Virus &#8211; einmal abgeklungen sind. Klimaaktivisten werden dann den Oberen der Politik wieder in weinerlich emp\u00f6rten Ton vorwerfen, dass die Politik durch zu z\u00f6gerliches Handeln ihre Zukunft verspiele. Dabei wird unterschwellig der Eindruck erweckt, es g\u00e4be eine naheliegende L\u00f6sung der Klimaproblematik, die aber durch Lobbyinteressen und Politikversagen der Menschheit zynischerweise vorenthalten werde. Und diese L\u00f6sung sieht ganz einfach aus: Mit der Verbrennung von fossilen Brennstoffen, die f\u00fcr die Emission von Treibhausgasen verantwortlich sind, muss endlich Schluss sein. Stattdessen muss mehr elektrische Energie aus regenerativen Energiequellen genutzt werden.<\/p>\n<p>Die B\u00f6rsen scheinen das auf den ersten Blick auch so zu sehen. Die Metalle, die bei der Elektrifizierung eine Schl\u00fcsselrolle spielen (u.a. Kupfer und Nickel), zeigen gegen\u00fcber den restlichen Metallen schon seit mehreren Jahren relative St\u00e4rke, w\u00e4hrend Roh\u00f6l und Roh\u00f6laktien sich im Gegensatz zum allgemeinen Aktientrend in einer tiefen Baisse befinden. Die Corona-Krise ist da nur das T\u00fcpfelchen auf das \u201ei\u201c.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-597\" width=\"800\" height=\"532\" srcset=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-1.png 878w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-1-300x200.png 300w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-1-768x511.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Doch liegen die Dinge wirklich so einfach? Wie dringlich ist die klimapolitische Lage? Welche Klimaabkommen sind vereinbart und wie wahrscheinlich ist die Zielerreichung? Welche internationalen Konflikte ergeben sich aus den unterschiedlichen Klimastrategien? Kann der Verbrauch von fossilen Brennstoffen in einem Umfeld wachsender Energienachfrage \u00fcberhaupt zur\u00fcckgefahren werden? Was bedeutet dies schlussendlich f\u00fcr die Rohstoffm\u00e4rkte?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Klimaerw\u00e4rmung ist unstrittig und hochwahrscheinlich menschengemacht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dass das Erdklima sich in letzten Jahrzehnten deutlich erw\u00e4rmt hat, l\u00e4sst sich nicht bestreiten. Klimadaten werden seit ca. 170 Jahren gemessen. Es gibt mehrere Institute, die die lokalen Messpunkte zu einer globalen Oberfl\u00e4chentemperatur aggregieren, so z.B. das Hadley Centre oder die University of East Anglia. Dargestellt wird meistens die Temperaturabweichung im Vergleich zur Durchschnittstemperatur einer Referenzperiode (in der Regel 1961-1990). In den letzten Jahrzehnten war ein deutlicher Anstieg der mittleren Temperatur von ca. Null Grad Abweichung im Jahr 1985 auf ca. +0,75 Grad Abweichung im Jahr 2019 zu verzeichnen. In Europa war speziell in den letzten 5 Jahren partiell ein noch st\u00e4rkerer Temperaturanstieg zu beobachten, so dass zu bef\u00fcrchten steht, dass der bisherige lineare Aufw\u00e4rtstrend in eine nicht lineare Beschleunigungsphase \u00fcbergegangen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage nach den Ursachen des Klimawandels ist weniger eindeutig als der Klimawandel selbst. Klar nachgewiesen ist der Zusammenhang zwischen C02-Konzentration in der Atmosph\u00e4re und der globalen Erw\u00e4rmung. Ebenso klar ist, dass die Menschheit infolge der Industrialisierung gen\u00fcgend CO2 freigesetzt hat, um ohne Zutun der Natur einen Klimawandel auszul\u00f6sen. Das menschliche Handeln interferiert jedoch mit den nat\u00fcrlichen Temperaturzyklen, die unabh\u00e4ngig vom Menschen von statten gehen. Wissenschaftler k\u00f6nnen durch die Auswertung von Eisbohrkernen aus der Arktis den Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten ann\u00e4hernd 500.000 Jahre zur\u00fcck absch\u00e4tzen. In dieser Zeit hat es wahrscheinlich f\u00fcnf Warm- und Eiszeiten gegeben. Diese sogenannten Milankovitch-Zyklen dauern 70.000 bis 100.000 Jahre und werden vermutlich durch unterschiedliche Entfernungen der Umlaufbahnen der Erde um die Sonne verursacht. Gem\u00e4\u00df den Milankowitch Zyklen befinden wir uns in einer Warmzeit, dem Holoz\u00e4n, das sich ohne menschlichen Einfluss allm\u00e4hlich dem Ende zuneigen sollte. Anstieg und Abbau des Kohlendioxids in der Atmosph\u00e4re geht bei den Milankovitch-Zyklen jedoch so langsam voran, dass ihr Einfluss auf den voraussichtlichen Klimawandel der n\u00e4chsten Jahrzehnte zu vernachl\u00e4ssigen ist.<\/p>\n<p>Das sieht bei den k\u00fcrzeren nat\u00fcrlichen Klimaschwankungen schon etwas anders aus. Klimaforschern zufolge hat es in den letzten 50.000 Jahren in der dem Holoz\u00e4n vorausgehenden W\u00fcrm Kaltzeit vor allem auf der Nordhalbkugel mehr als 10 kurze Temperaturzyklen von ca. 1.500 Jahren gegeben. Diese sogenannten Dansgaard-Oeschger-Ereignisse sind durch einen schnellen Temperaturanstieg \u2013 die Forschung spricht von 6-10 Grad innerhalb eines (!) oder weniger Jahrzehnte &#8211; und eine ebenso schnelle und starke Abk\u00fchlung gekennzeichnet. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Achterbahnfahrt sind noch nicht zweifelsfrei gekl\u00e4rt. Man vermutet, dass die letzte schnelle Abk\u00fchlung, das sogenannte Dryas-Ereignis, vor ca. 12.500 Jahren, durch das Abschmelzen von Eismassen w\u00e4hrend der vorangegangenen W\u00e4rmephase ausgel\u00f6st wurde. Infolge des S\u00fc\u00dfwassereinflu\u00dfes und des ge\u00e4nderten Salzgehalts kamen w\u00e4rmetransportierende Meeresstr\u00f6me zwischenzeitlich zum Erliegen. In jedem Fall zeigen die Dansgaard-Oeschger-Ereignisse, dass es nat\u00fcrliche Temperaturschwankungen gibt, die in Tempo und Ausma\u00df deutlich \u00fcber den derzeitigen Klimawandel hinausgehen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gro\u00dfe L\u00fccke zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der internationalen Klimapolitik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die internationale Politik hat sich unter dem Eindruck wachsender Proteste nolens volens dem Thema Klimawandel angenommen. Im Jahr 2015 wurde von 190 Staaten das Pariser Abkommen geschlossen, das das weniger verbindliche Kyoto-Protokoll von 1990 ersetzte. Die Vertragsparteien sind in Paris \u00fcbereingekommen, den globalen Temperaturanstieg auf \u201edeutlich unter zwei, idealerweise 1,5 Grad, gegen\u00fcber den vorindustriellen Werten\u201c zu begrenzen. Dieses Ziel soll durch eine Absenkung der C02-Emissionen erreicht werden. Die teilnehmenden L\u00e4nder haben zu diesem Zweck eigene Emissionsziele definiert, die im Rahmen sogenannter nationaler Selbstverpflichtungen eingereicht wurden.<\/p>\n<p>Obwohl das Pariser Klimaabkommen einen wesentlichen Fortschritt in der internationalen Zusammenarbeit gegen die Erderw\u00e4rmung bedeutet, bleiben viele Fragen offen. Aus den Ausf\u00fchrungen zu den nat\u00fcrlichen Klimaereignissen folgt, dass die angestrebte Begrenzung des Temperaturanstiegs auf der Basis von CO2-Emissionszielen nicht allein in menschlicher Hand liegt. Es ist durchaus m\u00f6glich, dass die Temperaturziele verfehlt-, obwohl die Emissionsziele eingehalten werden. Und auch der umgekehrte Fall ist denkbar: die Temperaturziele werden aufgrund eines Dansgaard-Oeschger-Ereignisses erreicht, w\u00e4hrend das Emissionsziel verfehlt wurde. Der gr\u00f6\u00dfte Kritikpunkt ist jedoch, dass nicht gepr\u00fcft wurde, ob die vereinbarten nationalen Emissionsziele mit dem globalen Temperaturziel \u00fcberhaupt kompatibel sind. Die Internationale Energie Agentur wird nicht m\u00fcde zu unterstreichen, dass selbst bei einer vollst\u00e4ndigen Umsetzung der festgelegten Emissionsziele, das ausgegebene Temperaturziel weit verfehlt wird.<\/p>\n<p>Eine Versch\u00e4rfung der Emissionsziele d\u00fcrfte sich jedoch als schwierig erweisen. Zu gro\u00df sind die Interessenkonflikte zwischen den einzelnen Parteien. Dies zeigen auch die offiziellen Emissionsziele der beiden gr\u00f6\u00dften CO2-Emittenten China und USA. China hat sich im Pariser Abkommen auf kein absolutes Emissionsziel festgelegt, um die Wachstumsperspektiven der chinesischen Volkswirtschaft nicht einzuengen. Stattdessen wurde ein Emissionsziel pro BIP-Einheit ausgegeben, dass einer Verbesserung der Energieeffizienz bei der Erzeugung des BIP\u2019s entspricht. Die USA hatten sich in Paris zwar ein absolutes Emissionsziel abringen lassen, haben das Abkommen aber mittlerweile gek\u00fcndigt. In den letzten Jahren wurden die Roh\u00f6l- und Erdgasf\u00f6rderung im eigenen Land stark ausgeweitet. Insbesondere der Zugang zu g\u00fcnstigem Erdgas verschafft der amerikanischen Industrie einen relativen Wettbewerbsvorteil. Beide Beispiele zeigen die vielf\u00e4ltigen internationalen Interessenkonflikte in der Klimapolitik auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Internationale Interessenkonflikte in der Klimapolitik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein grunds\u00e4tzlicher Konflikt ist zwischen reichen Industriestaaten und wachsenden Schwellenl\u00e4ndern, die ersteren auf dem Pfad zu hohem Wohlstand nachfolgen wollen, angelegt. Viele Menschen in den Schwellenl\u00e4ndern w\u00fcnschen sich eine h\u00f6here Mobilit\u00e4t durch die Anschaffung eines eigenen PKW und den Zugang zu beheizten oder bei Hitze wohltemperierten Wohnraum. Beides sind sehr energieintensive Anwendungen. Dass der Weg zu materiellem Wohlstand f\u00fcr den Westen mit erheblichen negativen Nebenwirkungen f\u00fcr Umwelt und Klima verbunden war, daf\u00fcr sehen sich die Schwellenl\u00e4nder nicht in der Verantwortung. Zugespitzt k\u00f6nnte der Vorwurf an den Westen lauten: Ihr seid durch das Verpesten der Luft reich geworden und wollt jetzt auf einem hohen Niveau weiterleben, aber uns wollt ihr verwehren, auch nur einen Bruchteil eures Wohlstandsniveaus zu erreichen. Das st\u00e4rkste Wohlstands- und Wirtschaftswachstum verzeichnen derzeit die Schwellenl\u00e4nder in Asien. In China wei\u00df die kommunistische F\u00fchrung, dass soziale Unruhen oft dann ausbrechen, wenn die politische Oppression nicht mehr durch materiellen Erfolg zugekleistert werden kann. Und auch Indien hat in Paris lediglich einem relativen Emissionsziel zugestimmt.<\/p>\n<p>Ein weiteres Konfliktfeld liegt in der internationalen Arbeitsteilung, die sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Die reichen Volkswirtschaften haben sich zunehmend in Dienstleistungsgesellschaften verwandelt, indem ein guter Teil der industriellen Produktion aus Kostengr\u00fcnden in Billiglohnl\u00e4nder verlagert wurde. Dort fallen auch die dazu geh\u00f6renden Treibhausgasemissionen an, w\u00e4hrend der L\u00f6wenanteil des Gewinns den Unternehmen zukommt, deren Heimatl\u00e4nder dann nach au\u00dfen hin mit wei\u00dfer Weste dastehen. Ein Beispiel sind Elektrofahrzeuge, die aufgrund der energieintensiven Herstellung der Batterie in der Fahrzeugproduktion h\u00f6here CO2-Emissionen aufweisen, als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Da die Batterien \u00fcberwiegend in China gefertigt werden, hat China eine schlechtere und die EU eine bessere Klimabilanz als bei Autos mit Verbrennungsmotor, die vollst\u00e4ndig in der EU gefertigt werden. Dem Klima helfen derartige Rechnereien nicht.<\/p>\n<p>Eine starke Interessensdivergenz besteht auch zwischen Exporteuren und Importeuren von fossilen Brennstoffen. In Westeuropa werden, sieht man einmal von Kohle ab, praktisch kaum fossile Brennstoffe abgebaut. Da lassen sich leicht Klimastrategien entwickeln, die den Verzicht auf fossile Brennstoffe vorsehen. Bei den gro\u00dfen Roh\u00f6lexporteuren sieht das schon anders aus. Staatseinnahmen und Wohlstand h\u00e4ngen bei L\u00e4ndern wie Saudi-Arabien zu einem guten Teil an den Preisen f\u00fcr Roh\u00f6l und Erdgas. Sollte ein Teil der Nachfrage in der EU aufgrund von Klima\u00fcberlegungen wegfallen, so werden die Preise f\u00fcr Roh\u00f6l und Erdgas kurzfristig fallen. So lange bis andere Nettoimporteure, die sich wie z.B. China weniger restriktiven Regelungen unterworfen haben, zugreifen. Langfristig w\u00e4re es durchaus denkbar, dass es zu gewaltsamen politischen Umw\u00e4lzungen kommt, wenn der Wohlstand bei den Roh\u00f6lexporteuren dauerhaft zur\u00fcckgeht. Das w\u00e4ren dann die ersten Kriege, die nicht wegen dem Zugang zu-, sondern wegen des Absatzes von Roh\u00f6l und Erdgas gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Alle drei genannten Konfliktlinien lassen sich gut an dem Verlauf der C02-Emissionen pro Kopf zwischen 1990 und 2018 darstellen. Auf der einen Seite stehen die reichen Industrieregionen USA, EU oder Japan. Sie haben bereits ein hohes Wohlstandsniveau erreicht. Ihre Wirtschaftsleistung pro Kopf w\u00e4chst noch, aber l\u00e4ngst nicht in demselben Ma\u00dfe wie in den asiatischen Schwellenl\u00e4ndern. Im Jahr 2018 lag das (nominale) BIP pro Kopf in diesen L\u00e4ndern um den Faktor 2 bis 3 h\u00f6her als im Jahr 1990. In China war das BIP pro Kopf im Jahr 2018 18 mal so hoch wie im Jahr 1990, in Indien immerhin noch mehr als 6 mal so hoch. Aufgrund dieses starken Wirtschaftswachstums ist auch der CO2-Aussto\u00df pro Kopf in beiden L\u00e4ndern deutlich angestiegen, wohingegen er in den USA und der EU im Jahr 2018 unter dem Wert des Jahres 1990 lag. Hier spiegelt sich eine verbesserte Energieeffizienz im Zuge des Wandels zur Dienstleistungsgesellschaft wider. Eine Sonderrolle nehmen die Roh\u00f6lexporteure Ru\u00dfland, Saudi-Arabien und Kuwait ein. Das BIP pro Kopf w\u00e4chst dort weniger dynamisch als das in den USA oder der EU. Im Gegensatz zu diesen sind ihre CO2-Emissionen pro Kopf aber gewachsen. Ihre Anreize, die Energieintensit\u00e4t des BIP\u2019s zu reduzieren sind gering, da sie an der Quelle sitzen. Kuwait und Saudi-Arabien z\u00e4hlen aufgrund des \u00d6lreichtums zu den L\u00e4ndern mit dem h\u00f6chsten BIP pro Kopf.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-2-1024x662.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-598\" width=\"800\" height=\"517\" srcset=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-2-1024x662.png 1024w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-2-300x194.png 300w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-2-768x496.png 768w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-2-1536x993.png 1536w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-2-2048x1324.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Quelle: EDGAR (Emission Database for Global Atmospheric Research), booklet 2019, eig. Darstellung<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Eine letzte Interessensdivergenz sei noch angesprochen, deren explizite Nennung bei manchen Leuten einen (wohlkalkulierten) Aufschrei der Emp\u00f6rung provozieren wird. Dabei handelt es sich um die wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen, die im Wettbewerb zueinander stehen. Konkret gemeint ist die Diskreditierung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in der EU. Diese m\u00fcssen immer strengere Vorgaben bez\u00fcglich ihres CO2-Aussto\u00dfes erf\u00fcllen, w\u00e4hrend Elektroautos in der EU grunds\u00e4tzlich mit Null-Emission eingestuft werden. Die h\u00f6heren Schadstoffemissionen bei der Erzeugung der Batterie bleiben ebenso unber\u00fccksichtigt wie der CO2-Aussto\u00df durch den Stromverbrauch im Laufbetrieb. Dieser h\u00e4ngt nat\u00fcrlich von dem Anteil erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung ab, er ist aber im Regelfall nicht Null. Wenn Politiker \u00f6ffentlich ein Verbot von PKW mit Verbrennungsmotor fordern, so ist das ein nicht zu rechtfertigender Eingriff in den privaten Wettbewerb. Stellt man gleichzeitig fest, dass die Autobauer in einem Land einen Wettbewerbsvorteil bei Verbrennungsmotoren genie\u00dfen und die Weiterentwicklung der Motoren mit synthetischen Kraftstoffen durchaus eine der m\u00f6glichen L\u00f6sungen der Emissionsproblematik w\u00e4re, dann bekommen diese Forderungen sogar etwas extrem Anr\u00fcchiges. Es liegt im Interesse eines amerikanischen Autobauers, der sich auf die Erzeugung von Elektrofahrzeugen spezialisiert hat, oder im Interesse eines europ\u00e4ischen Automobilunternehmens, das viele Kleinwagen u.a. mit Elektroantrieb im Portfolio f\u00fchrt, unter dem Vorwand der Klimapolitik das Verbot von Verbrennern zu fordern. Nat\u00fcrlich nicht explizit. Man m\u00fcsste lediglich sicherstellen, dass diejenigen, die das tun, immer mit gen\u00fcgend Geld und Ideen versorgt werden, um den \u201egerechten\u201c Kampf gegen die Klimaerw\u00e4rmung und \u201er\u00fcckst\u00e4ndige\u201c Automobilkonzerne zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gegenw\u00e4rtige Trends in der Energienachfrage <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie lassen in diesem Umfeld divergenter Interessen \u00fcberhaupt Fortschritte in der Klimapolitik erzielen? Welche Stellschrauben gibt es? Dazu muss man sich zun\u00e4chst einmal die Zahlen zu Energieangebot und Energieverbrauch ansehen. Es gibt im Wesentlichen drei Institutionen, die seit vielen Jahren die Entwicklungstrends im Energiesektor analysieren und eine Prognose f\u00fcr die jeweils n\u00e4chsten 30 Jahre wagen: Das US-Energieministerium (US Energy Information &#038; Administration = EIA), die Internationale Energieagentur (IEA) und der in Privatbesitz befindliche \u00d6lkonzern British Petroleum (BP). Die k\u00fcnftige Energienachfrage h\u00e4ngt nat\u00fcrlich von vielen Parametern ab. Da ist zum ersten das Wirtschaftswachstum, das ma\u00dfgeblich durch die Demographie bestimmt ist. Aber auch andere Variablen wie Nachholeffekte aufgrund eines niedrigen Einkommensniveaus oder exogene Schocks wie die COVID-19 Pandemie spielen hier eine Rolle. Zweitens ist der technologische Fortschritt im Energie- und Industriesektor anzuf\u00fchren. Typische Beispiele sind eine reduzierte Heiznachfrage durch W\u00e4rmed\u00e4mmungen oder ein geringerer Kraftstoffverbrauch bei PKW. Die dritte Variable der Energienachfrage sind die Energiepreise selbst. H\u00f6here Preise f\u00fchren zu Verbrauchseinschr\u00e4nkungen und verst\u00e4rkten Anstrengungen zu einem technologischen Wandel im Energiesektor. Und als letzte Unbekannte ist schlie\u00dflich die Politik selbst zu nennen, die auf regulativem Wege Verbrauchseinschr\u00e4nkungen herbeif\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Es macht daher Sinn zun\u00e4chst einmal von einem mittleren Szenario als Referenzgr\u00f6\u00dfe auszugehen. Im Falle von BP ist dies das \u201eBusiness as Usual\u201c Szenario. Aus untenstehender Grafik ist klar zu erkennen, dass die Energienachfrage in den Regionen Nord- und S\u00fcdamerika, Europa sowie GUS und Mittlerer Osten in den n\u00e4chsten drei Jahrzehnten kaum wachsen d\u00fcrfte. Das gesamte Wachstum stammt mehr oder weniger aus den asiatischen Schwellenl\u00e4ndern. Hier war in den Jahren 1995 bis 2018 vor allem China zu nennen, in den n\u00e4chsten drei Jahrzehnten werden Indien und der Rest von Asien hohe Zuw\u00e4chse verzeichnen. In dem Basisszenario d\u00fcrfte der Aussto\u00df von CO2-Emissionen nur leicht zur\u00fcckgehen, die Emissions- und Temperaturziele werden mit h\u00f6chster Wahrscheinlichkeit weit verfehlt. Dies ist die einhellige Botschaft der Zahlen von EIA, IEA und BP.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-3-1024x662.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-599\" width=\"800\" height=\"517\" srcset=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-3-1024x662.png 1024w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-3-300x194.png 300w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-3-768x496.png 768w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-3-1536x993.png 1536w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-3-2048x1323.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Quelle: BP Energy Outlook 2020 Summary Tables, Primary Energy Consumption, eigene Darstellung<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nach Sch\u00e4tzungen der EIA f\u00e4llt im industriellen Sektor mehr als die H\u00e4lfte des globalen Energieverbrauchs an. Die energieintensivsten Anwendungen im Industriesektor sind die Produktion von Rohstoffen, dazu z\u00e4hlen u.a. die Herstellung von Aluminium, Zement, Mineral\u00f6lprodukten, Stahl und Agrarprodukten und die Erzeugung chemischer Produkte. Mit einem Anteil von ca. einem Viertel ist der Transportsektor der zweitgr\u00f6\u00dfter Energieverbraucher. Zum Transportsektor z\u00e4hlen die Bef\u00f6rderung von Personen zu Wasser, in der Luft und auf dem Land in PKW, Bussen und Bahn sowie der Frachtverkehr per LKW, Schiff oder Eisenbahn. Rund 20% der konsumierten Energie entfallen laut EIA auf den Immobilienbereich, wobei privat genutzte Immobilien etwa doppelt so hoch zu Buche schlagen wie kommerziell genutzte Immobilien.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnte sich Einsparungspotenzial beim Energieverbrauch auf zwei Ebenen ergeben: Erstens k\u00f6nnte sich der durch neue Produktionsverfahren der Energieeinsatz verringern und zweitens k\u00f6nnte auch der Energieverbrauch der Endprodukte zur\u00fcckgehen. Welches Potenzial in welchem Bereich zu realisieren ist, k\u00f6nnen am besten diejenigen beantworten, die sich t\u00e4glich im Wettbewerb behaupten m\u00fcssen. Offenkundig gibt es Einsparungspotenzial im Immobilienbereich durch den Einsatz von W\u00e4rmed\u00e4mmungen oder den Verzicht auf Klimaanlagen und im Transportsektor durch neue Antriebsarten und die Umstellung des Kraftstoffmix. Die Politik ist gefordert, effiziente Anreizstrukturen f\u00fcr die Entwicklung neuer Technologien zu setzen. Sie sollte sich aber kein Wissen dar\u00fcber anma\u00dfen, welche Technologie sich durchsetzen wird.<\/p>\n<p>Das gilt ganz besonders f\u00fcr den Transportsektor. Etwa ein Drittel dieses Sektors entf\u00e4llt auf den Frachtverkehr mit LKW, Schiffen und Eisenbahn. Bez\u00fcglich Innovationen bei Antriebsarten und Kraftstoffen steht der Frachtverkehr vor ungleich h\u00f6heren Herausforderungen wie der Personenverkehr. In der EU wurden im Jahr 2019 etwa 3.300 Megatonnen (Mt.) CO2 emittiert. Das sind 8,7% des globalen CO2-Aussto\u00dfes. Der Transportsektor setzte knapp 900 Mt. CO2 frei. Der PKW-Verkehr in der EU war schlussendlich nur f\u00fcr etwa ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Insofern verwundert die Vehemenz mit der einzelne Politikstr\u00f6mungen die Kampagne f\u00fcr das Elektroauto in der EU betreiben (s.o.).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-4-1024x662.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-600\" width=\"800\" height=\"517\" srcset=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-4-1024x662.png 1024w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-4-300x194.png 300w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-4-768x496.png 768w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-4-1536x993.png 1536w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-4-2048x1323.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Quelle: EIA International Energy Outlook 2019, Energy consumption by sector, eigene Darstellung<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Viele L\u00e4nder werden beim Antrieb von PKW wahrscheinlich einen anderen Weg einschlagen. Nach Sch\u00e4tzungen der EIA werden im Jahre 2050 immer noch 1,74 Milliarden Fahrzeuge zumindest teilweise mit Verbrennungsmotor angetrieben. Das w\u00e4ren etwas mehr als 70% der weltweiten PKW-Flotte. Elektrofahrzeuge hingegen w\u00fcrden nur knapp 20% Marktanteil gewinnen k\u00f6nnen. Andere Marktbeobachter sind da optimistischer. Gem\u00e4\u00df Bloomberg New Energy Finance werden rund die H\u00e4lfte der verkauften Neuwagen im Jahr 2040 Elektroautos sein. An der gesamten Fahrzeugflotte sollen sie bis dahin einen Marktanteil von rund einem Drittel erreichen. Diese Sch\u00e4tzungen sind volatil und k\u00f6nnen sich in den n\u00e4chsten Jahren noch markant \u00e4ndern. Aber sie zeigen, dass in den n\u00e4chsten 10 Jahren deutlich mehr als die H\u00e4lfte der weltweit verkauften PKW nicht Elektroautos sein werden. Die einseitige Bevorzugung von Elektrofahrzeugen in der EU unterwirft die europ\u00e4ischen Automobilhersteller einer kaum l\u00f6sbaren Zerrei\u00dfprobe, zumal die Antriebsart neben Connectivity und autonomen Fahren nur ein Themenfeld im internationalen Wettbewerb ist.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-5-1024x662.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-601\" width=\"800\" height=\"517\" srcset=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-5-1024x662.png 1024w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-5-300x194.png 300w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-5-768x496.png 768w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-5-1536x993.png 1536w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-5-2048x1324.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Quelle: EIA International Energy Outlook 2019, Light Duty Vehicle Stock, eigene Darstellung<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Umstellung des Energiemix beim Energieangebot ist schwierig und teuer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Elektrifizierung der Energienachfrage bei Wohnimmobilien und im Transportwesen ist ein gangbarer Weg im Kampf um niedrigere Schadstoffemissionen. Die Energieanbieter m\u00fcssen also zunehmend mehr elektrischen Strom bereitstellen. Dies wird aber nur dann einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten k\u00f6nnen, wenn die elektrische Energie aus regenerativen Quellen gewonnen werden kann und diese Energie effizient zum Endverbraucher gebracht bzw. gespeichert werden kann. Nun sind Stromnetze hochkomplexe Systeme. In einem Wechselstromsystem m\u00fcssen einzelne Stromgeneratoren hinsichtlich Frequenz und Spannungsphase exakt aufeinander abgestimmt sein, um nicht gegeneinander zu arbeiten. Die Netzfrequenz betr\u00e4gt im europ\u00e4ischen Verbundnetz 50 Hertz. Das Netz ist nur dann stabil, wenn Stromverbrauch und -Angebot st\u00e4ndig im Gleichgewicht gehalten werden. Da die Stromnachfrage im Tagesverlauf und auch saisonal schwankt, m\u00fcssen die Stromanbieter je nach Tages- und Jahreszeit einmal mehr und einmal weniger Strom bereitstellen. Dazu muss die Energieabgabe der Generatoren exakt vorausgeplant werden k\u00f6nnen, das hei\u00dft die Energiequellen m\u00fcssen zum richtigen Zeitpunkt und im richtigen Umfang Energie liefern. Bei unvorhergesehenen Verbrauchsschwankungen oder Notf\u00e4llen muss innerhalb von drei\u00dfig Sekunden (Prim\u00e4rregelenergie) bzw. f\u00fcnf Minuten (Sekund\u00e4rregelenergie) zus\u00e4tzliche Energie verf\u00fcgbar sein, um die Netzstabilit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Die einzelnen Energiequellen eignen sich im unterschiedlichen Ma\u00dfe, die erforderliche Flexibilit\u00e4t bei der Stromerzeugung bereitzustellen. Kern, Kohle- und Wasserkraftwerke liefern eine exakt bestimmbare Energiemenge. Allerdings kann ihre Energieabgabe nur schwer herauf- oder heruntergeregelt werden. Das Anfahren eines Kern- oder Kohlekraftwerkes ben\u00f6tigt viele Stunden, weswegen sie kurzfristige Nachfrageschwankungen nicht ausgleichen k\u00f6nnen. Dies k\u00f6nnen Pumpspeicherwerke leisten, die als Energiespeicher fungieren. Bei einem Strom\u00fcberschuss nehmen sie durch das Hochpumpen von Wasser Energie von tr\u00e4gen Kraftwerken auf, deren Energie im Netz nicht abgefragt wird. Bei h\u00f6herer Nachfrage geben sie sie dann \u00fcber Wasserkraftturbinen wieder ab. Relativ schnell k\u00f6nnen auch moderne Gasturbinen reagieren, die binnen weniger Minuten gez\u00fcndet werden k\u00f6nnen. Die Grundversorgung oder Grundlast des Stromnetzes, die zu jedem Zeitpunkt gesichert sein muss, \u00fcbernehmen dementsprechend h\u00e4ufig Kern- und Kohlekraftwerke. Die mittlere Last wird von Steinkohle und Gas &#038; Dampfkraftwerken geleistet, w\u00e4hrend die schwankungsanf\u00e4lligere Spitzenlast vor allem Gaskraftwerke abfangen, die im Betrieb aber wesentlich teurer sind als die zuerst genannten Kraftwerkstypen.<\/p>\n<p>Eine Sonderrolle nehmen Windturbinen und Solaranlagen ein. Ihre Energieabgabe kann a priori nicht exakt bestimmt werden, da Windst\u00e4rke und Sonnenscheindauer von Tag zu Tag sehr stark variieren k\u00f6nnen. Ihr Beitrag zur der Netzleistung, die in jedem Fall zugesichert werden kann, ist dementsprechend gering.<\/p>\n<p>Das Stromnetz der Zukunft muss also mit einer schwankenden Nachfrage und einem schwankenden Angebot fertig werden. In Deutschland wurde die Problematik so gel\u00f6st, dass Wind- und Solarstrom immer Vorrang einger\u00e4umt wurden. Andere Kraftwerke m\u00fcssen ihre Leistung herauf- oder herunterregeln, je nachdem wieviel Wind- bzw. Sonnenenergie zur Verf\u00fcgung steht. Je gr\u00f6\u00dfer der durchschnittliche Anteil von Wind- und Solarenergie, desto mehr konventionelle Kraftwerke m\u00fcssen als Notfallreserve bereit gehalten werden. Diese Kraftwerke m\u00fcssen aber auch dann bezahlt werden, wenn sie nicht laufen. Diese \u00dcberlegungen zeigen, dass es f\u00fcr den maximalen Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung \u00f6konomische Grenzen gibt.<\/p>\n<p>Die unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Fukushima \u00fcbereilte und wenig durchdachte Energiewende hat in Deutschland zu allerlei Schildb\u00fcrgerstreichen gef\u00fchrt. Dazu geh\u00f6rt der Ausbau von Windkraftanlagen ohne den gleichzeitigen Ausbau der Stromtrassen von Nord nach S\u00fcd. Bei starkem Wind m\u00fcssen daher Windkraftanlagen abgeregelt werden. Nach dem Energieeinspeisegesetz (EEG) werden Betreiber von Windkraftanlagen auch f\u00fcr die Energie bezahlt, die sie nicht produziert haben, die sie aber produziert haben k\u00f6nnten, wenn sie nicht abgeregelt worden w\u00e4ren. Durch den zweitweisen \u00dcberschuss von \u00d6kostrom kommt es an den Stromb\u00f6rsen immer wieder zu negativen Preisen. Das hei\u00dft Stromk\u00e4ufer werden daf\u00fcr bezahlt, dass sie Strom aus Deutschland abnehmen. Im Umkehrfall, bei unzureichendem \u00d6kostrom, muss immer wieder Atomstrom aus Frankreich bezogen werden. Insgesamt werden nach dem EEG bis zum Jahr 2025 wohl mehrere hundert Milliarden Euro ausbezahlt worden sein ohne dass das deutsche Stromsystem wesentlich geringere CO2-Werte ausst\u00f6\u00dft oder an Versorgungssicherheit gewonnen hat.<\/p>\n<p>Wie l\u00e4sst sich die Problematik des schwankenden Angebots erneuerbarer Energien l\u00f6sen? Eine M\u00f6glichkeit w\u00e4ren Stromspeicher. Das Potenzial f\u00fcr Pumpspeicherwerke, die ein nat\u00fcrliches Gef\u00e4lle ben\u00f6tigen, ist durch nat\u00fcrliche Gegebenheiten begrenzt. Batterriespeicher-Kraftwerke haben noch nicht die Kapazit\u00e4t, um in die L\u00fccke zu springen. Die gr\u00f6\u00dfte Anlage der Welt steht derzeit in Australien und hat eine Nennleistung von 100 Megawatt (MW). Zum Vergleich: In Deutschland existierten im Fr\u00fchjahr 2020 Kraftwerkskapazit\u00e4ten mit einer Nennleistung von 221,3 Gigawatt (GW) installiert. Allein die Kapazit\u00e4t der Pumpspeicherwerke in Deutschland ist mit knapp 10 GW hundert mal so hoch wie die der Anlage in Australien. Neue Batteriespeicher-Kraftwerke entstehen derzeit durch die Weiterverwertung gebrauchter Batterien von Elektroautos. Deren Entsorgung ist ohnehin noch ein ungel\u00f6stes Problem der Autobranche. Mehrere deutsche Automobilproduzenten haben kleinere Kraftwerke mit einer Leistung von zumeist wenigen Megawatt Leistung gebaut. Stromspeicher k\u00f6nnten aber auch in privaten Haushalten zum Einsatz kommen. Private Stromspeicher kommen vor allem in Verbindung mit Photovoltaikanlagen zur Anwendung. Sie bieten eine gewisse Autarkie gegen\u00fcber Strompreisen und etwaigen Netzausf\u00e4llen. In Deutschland waren im Fr\u00fchjahr 2020 private Stromspeicher insgesamt 1400 MW aufgebaut, Tendenz weiter steigend.<\/p>\n<p>Die EU setzt in ihrem im Herbst 2019 vorgestellten Green Deal auf Wasserstoff als Stromspeicher. Per Elektrolyse wird unter dem Einsatz gro\u00dfer Energiemengen Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Die Energie zur Herstellung wird oft noch durch die Verbrennung von Erdgas gewonnen. Das Problem dabei: Es wird wesentlich mehr Energie aufgewendet, als durch die Verbrennung von Wasserstoff sp\u00e4ter zur\u00fcckgewonnen werden kann. Nun geht bei jedem Energiespeicher Energie verloren. Bei Wasserstoff liegt der Wirkungsgrad nur bei etwa 30%, das hei\u00dft 70% der f\u00fcr die Herstellung von Wasserstoff aufgewendeten Energie kann nicht zur\u00fcckgewonnen werden. Da w\u00e4re es sinnvoller, das Erdgas direkt zu Stromerzeugung zu nutzen. Bei Lithium-Ionen Batterien ist der Wirkungsgrad wesentlich h\u00f6her. Der reine Batteriewirkungsgrad betr\u00e4gt h\u00e4ufig \u00fcber 95%. Der gesamte Systemwirkungsgrad, der alle Ladeverluste ber\u00fccksichtigt, liegt zwischen 70% und 75%.<\/p>\n<p>Eine weitere M\u00f6glichkeit, ein schwankendes Stromangebot mit der Nachfrage in Einklang zu bringen sind intelligente Verbraucher. Voraussetzung w\u00e4re die Digitalisierung des Stromnetzes und eine gewisse Flexibilit\u00e4t, die Nachfrage zeitlich zu verschieben bzw. Strom zu speichern. Die Verbraucher k\u00f6nnten sich automatisiert mit dem Stromangebot abstimmen und immer dann Strom ziehen, wenn dieser \u00fcbersch\u00fcssig und damit g\u00fcnstig ist. Dies schlie\u00dft eine flexible Tarifierung des Stroms mit ein. Weitere Effizienzgewinne w\u00e4ren m\u00f6glich, wenn mehrere Stromnetze zusammengeschlossen werden und kurzfristige \u00dcbersch\u00fcsse oder Defizite in einem System durch ein, \u00fcber sogenannte Interkonnektoren verbundenes System, ausgeglichen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Allen diesen neuen Anwendungen ist gemeinsam, dass sie noch nicht vollst\u00e4ndig ausgereift sind. Ihre Implementierung setzt hohe Investitionen in eine neue Infrastruktur voraus. Es ist mehr als fraglich, ob Schwellenl\u00e4nder mit deutlich niedrigeren Einkommensniveau diesen teuren und unsicheren Weg mitgehen werden. Die von der EU f\u00fcr sich selbst proklamierte Vorbildrolle beim Klimaschutz k\u00f6nnte sich in Industriestaaten schnell als Sackgasse entpuppen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verschiebung des globalen Energiemix zu Erdgas und Erneuerbaren Energien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fossile Brennstoffe werden mangels schnell verf\u00fcgbarer Alternativen in den n\u00e4chsten Jahren weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Bis zum Jahr 2040 d\u00fcrfte die Verbrennung fossiler Brennstoffe kaum zur\u00fcckgehen. Dabei wird Kohle zunehmend an Bedeutung verlieren, w\u00e4hrend der Verbrauch von Erdgas stetig zunehmen wird. F\u00fcr die Erzeugung der gleichen Energiemenge entstehen bei der Verbrennung von Erdgas rund 35% weniger CO2 Emissionen als bei der Verbrennung von Kohle. Auch gegen\u00fcber Roh\u00f6l ist die CO2-Bilanz von Erdgas um 20%-25% besser. Erdgas wird in der \u00dcbergangszeit zu einer Welt mit geringeren Schadstoffemissionen eine Schl\u00fcsselrolle einnehmen. Stark ausgebaut werden in den n\u00e4chsten Jahren die erneuerbaren Energien (Windenergie, Solarenergie, Biomasse). Der starke Zuwachs d\u00fcrfte im Basisszenario aber gerade so ausreichen, um das Wachstum der globalen Energienachfrage abzudecken. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Energieerzeugung d\u00fcrfte stetig zulegen bis auf Werte \u00fcber 20%.<\/p>\n<p>Auch die Kernenergie wird in den n\u00e4chsten Jahrzehnten noch leichte Zuw\u00e4chse verzeichnen. Wie oben ausgef\u00fchrt sind Kernkraftwerke neben Kohlenkraftwerken dazu pr\u00e4destiniert, die Grundlast in einem Stromnetz zu tragen. Einige L\u00e4nder, in denen die Verbrennung von Kohle stark heruntergefahren wird, sehen sich daher au\u00dferstande, auch auf Kernenergie zu verzichten, die wie die erneuerbaren Energien auch \u00e4u\u00dferst geringe CO2-Werte je erzeugte Kilowattstunde aufweist. Je ambitionierter die CO2-Ziele sind, desto weniger Kohle darf verbrannt werden und desto mehr wird die Kernenergie gebraucht. Lediglich Deutschland leistet sich den Luxus, aus beiden Technologien gleichzeitig auszusteigen. Den gr\u00f6\u00dften Zuwachs d\u00fcrfte die Kernenergie in China haben. Im Basisszenario wird sich das Stromangebot bis 2050 ann\u00e4hernd verf\u00fcnffachen. Der Anteil der Kernenergie an der Gesamtenergieerzeugung bleibt jedoch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gering. In China w\u00e4ren es 2050 etwas mehr als 9%, global sich d\u00fcrfte der Anteil der Kernenergie bei etwas \u00fcbers 4% stabilisieren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-6-1024x662.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-602\" width=\"800\" height=\"517\" srcset=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-6-1024x662.png 1024w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-6-300x194.png 300w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-6-768x496.png 768w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-6-1536x993.png 1536w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-6-2048x1323.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Quelle: BP Energy Outlook 2020 Summary Tables, World Consumption by Fuel, eigene Darstellung<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Indien sieht sich beim k\u00fcnftigen Energiemix anderen Restriktionen unterworfen als China. Die Kernenergie wird in Indien wohl absolut leicht zulegen k\u00f6nnen, spielt aber im Energiemix kaum eine Rolle. Daf\u00fcr basiert das Energiesystem Indiens heute mehr als die H\u00e4lfte auf Kohle. Die Abh\u00e4ngigkeit von diesem Brennstoff wird in den n\u00e4chsten Jahrzehnten erhalten bleiben. Der Anteil der Kohle bei der Energieerzeugung geht zwar von 56% auf 40% zur\u00fcck. Da aber das Energieangebot im Jahr 2050 eine mehr als zweieinhalb mal so gro\u00dfe Energienachfrage wie heute befriedigen muss, werden vermutlich alle Energiequellen absolute Zuw\u00e4chse verzeichnen. Den gr\u00f6\u00dften absoluten Sprung machen in Indien die erneuerbaren Energien. Dicht dahinter folgt bereits Kohle mit einem absoluten Mehrverbrauch von mehr als 15 Exajoules.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-7-1024x662.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-603\" width=\"800\" height=\"517\" srcset=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-7-1024x662.png 1024w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-7-300x194.png 300w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-7-768x496.png 768w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-7-1536x993.png 1536w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Artikel-Klimapolitik-Chart-7-2048x1323.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Quelle: BP Energy Outlook 2020 Summary Tables, India, eigene Darstellung<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Beispiel Indien offenbart die Crux in der internationalen Energiepolitik. Der Anteil der erneuerbaren Energien muss und wird in den n\u00e4chsten Jahrzehnten steigen. Daf\u00fcr werden hohe Investitionen notwendig sein. In ihren jeweiligen Basisszenarien, die die jetzigen nationalen Zielsetzungen in der Klimapolitik abbilden, kommen EIA, IEA und BP kommen unisono auf einen Anteil zwischen 20-30%. Das wird, einen stabilen Zusammenhang zwischen CO2-Aussto\u00df und Klimaerw\u00e4rmung vorausgesetzt, nicht reichen, um das ausgegebene Ziel einer Erderw\u00e4rmung von unter zwei Grad zu erreichen. Wer mehr will, muss vor allen den asiatischen Schwellenl\u00e4ndern mit bezahlbaren Technologien unter Beachtung nationaler Rahmenbedingungen neue Wege zu einem h\u00f6heren Anteil der erneuerbaren Energien aufzeigen k\u00f6nnen. Ob die Klimapolitik der EU vor diesem Hintergrund f\u00fcr die Schwellenl\u00e4nder als vorbildliches Modell taugt, ist mehr als fraglich.<\/p>\n<p>Die fossilen Rohstoffe Roh\u00f6l, Erdgas und Kohle werden vor allen in den n\u00e4chsten Jahren gefragt bleiben. Bei Erdgas wird es absolute Zuw\u00e4chse geben, w\u00e4hrend Roh\u00f6l einen stabilen Verbrauch aufweisen d\u00fcrfte. Die Preise beider Rohstoffe sind momentan jedoch so niedrig, dass notwendige Investitionen im Sektor unterbleiben. Momentan ist dies auch den Auswirkungen der COVID-19 Epidemie geschuldet. Sobald diese abgeklungen ist, k\u00f6nnten sich aber Angebotsdefizite entwickeln. Bei Roh\u00f6l w\u00fcrde dies einen vermutlich einen Preissprung auf 60-80 US-Dollar je Barrel bewirken. Das ist die Preisspanne, bei der zuletzt weggefallenes Angebot an den Markt zur\u00fcckkehren d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Stuttgart, den 25. September 2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Markus Mezger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Markus Mezger&nbsp; |&nbsp; &nbsp;15. Oktober 2020 COVID oder Greta? COVID und Greta! Friday\u2019s for Future Fans m\u00fcssen sich in diesem Fr\u00fchjahr vorgekommen sein wie im falschen Film. Medien und Politik waren von einem Virus besessen und \u00fcberboten sich gegenseitig in der Dramatisierung des Geschehens. In einigen F\u00e4llen h\u00e4lt der fiebrige Wahn bis heute an. 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