{"id":631,"date":"2022-10-17T10:37:40","date_gmt":"2022-10-17T09:37:40","guid":{"rendered":"https:\/\/micro-meets-macro.com\/?page_id=631"},"modified":"2022-10-17T10:49:14","modified_gmt":"2022-10-17T09:49:14","slug":"der-bitcoin-wahn","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/micro-meets-macro.com\/en\/der-bitcoin-wahn","title":{"rendered":"Der Bitcoin Wahn"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Markus Mezger | 2. Februar 2018<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eines vorneweg. Dieser Artikel bem\u00fcht sich nicht um Ausgewogenheit oder Objektivit\u00e4t. Der Leser wird nicht viele Formulierungen finden, die dem Schema \u201eEinerseits \u2026. Andererseits\u201c gehorchen. Vielmehr ist dieses Papier ein Pamphlet. Eine Philippika, die sich gegen offensichtliche Auspl\u00fcnderung von leichtgl\u00e4ubigen Anlegern richtet.<\/p>\n<p>Der Autor dieser Zeilen war bis vor wenigen Monaten der Meinung, dass das t\u00f6richte Verhalten einzelner Anleger mit der Internetblase um die Jahrtausendwende einen nicht mehr zu \u00fcbertreffenden Gipfel erreicht hat. Damals schossen \u201eInternetunternehmen\u201c wie Pilze aus dem Boden. Viele ohne jede Aussicht auf nachhaltige Gewinne. Anleger zeichneten blind \u00fcberteuerte Aktienemissionen, getrieben von dem Wunsch nach schnellen Reichtum. Erwachsene Menschen sa\u00dfen tagelang vor ihren Computern, um via Internet sekundengenau zu jeder vollen Stunde eine Zeichnung von Internetaktien abzugeben, um durch eine Zuteilung auch einen Zipfel des sagenhaften neuen Reichtums zu erhaschen. IT-Experten wurden die neuen Superstars der Finanzbranche. Einzelne von ihnen erkl\u00e4rten eine Zielrendite von 20% per annum auf das Kapitalverm\u00f6gen als antiquiert. Unternehmen aus der sogenannten Old Economy galten als hochgradig langweilig.<\/p>\n<p>Aber ich habe mich geirrt. Es geht noch schlimmer. Viele Umst\u00e4nde rund um das Thema Bitcoin werden Anlegern aus der Zeit der Internetaktienblase bekannt vorkommen. Einzelne Elemente des Bitcoins-Systems scheinen jedoch noch perfider ausgestaltet. Dazu geh\u00f6ren der Kettenbriefcharakter des Systems, der den Initiatoren riesige Seignoragewinne aus der Sch\u00f6pfung der ersten Bitcoins erm\u00f6glicht hat. Dass sie nach dem Platzen der Blase von w\u00fctenden Anlegern zur Rechenschaft gezogen werden k\u00f6nnten, mag den Gr\u00fcndern des Bitcoin-Systems wohl bewu\u00dft gewesen sein. Sonst w\u00e4re es wohl kaum n\u00f6tig gewesen, sich hinter Pseudonymen verstecken. Bis heute ist die Identit\u00e4t der Initiatoren des Bitcoin-Systems nicht zweifelsfrei festgestellt.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte man es mit der Feststellung einer Blase bewenden lassen und sich anderen, wichtigeren Themen zuwenden. Wie das Internet hat aber auch das Thema Bitcoin einige Innovationen hervorgebracht, die die Preisblase \u00fcberleben k\u00f6nnten. Dabei sollte zwischen Bitcoin als Zahlungsmittel und der dahinterstehenden Verschl\u00fcsselungstechnologie unterschieden werden. Bei der Besch\u00e4ftigung mit dem Thema habe ich festgestellt, dass es reichlich Lekt\u00fcre gibt, die sich mit der Frage besch\u00e4ftigt, wie man in Bitcoin investiert und welche Punkte bei der Anwendung des Systems zu beachten sind. Wer in diesem Artikel einen Leitfaden f\u00fcr eine Investition in Bitcoin erwartet, braucht gar nicht weiterzulesen. Der Artikel richtet sich vielmehr an Leser, die sich fragen, ob der Bitcoin eine sinnvolle Innovation ist und ob er dem selbstgesteckten Anspruch, sich als Bargeldersatz und Wertaufbewahrungsmittel zu etablieren, gerecht werden kann.<\/p>\n\n\n\n<blockquote>\n<p><strong>Die Idee hinter Bitcoin<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Grundidee hinter Bitcoin l\u00e4\u00dft sich leicht nachvollziehen. Die letzten 20 Jahre waren in den globalen Geldsystemen von noch nie da gewesenen Verwerfungen gepr\u00e4gt. Ausgangspunkt dieser Entwicklung war das Platzen der japanischen Aktienblase im Jahr 1990. Die japanische Fiskal- und Geldpolitik reagierte mit den bis dahin bew\u00e4hrten Ma\u00dfnahmen aus Konjunkturprogrammen und monet\u00e4ren Stimuli. Nur schlugen diese Ma\u00dfnahmen in Nippon selbst nicht mehr an. Daf\u00fcr um so mehr in den USA und Europa, wohin das in Japan neugeschaffene Zentralbankgeld abgeflossen war. W\u00e4hrend die Konsumg\u00fcterpreise den W\u00e4hrungsh\u00fctern weltweit nur geringe Inflationsgefahren suggerierten, geriet die Welt der Assetpreise vor dem Hintergrund des billigen und reichlichen Geldangebots zunehmend au\u00dfer Kontrolle. Die Notenbanken in den USA und Europa hatten aus den Erfahrungen Japans die falschen Schl\u00fcsse gezogen. Hochm\u00fctig erkl\u00e4rte der damalige US-Notenbankpr\u00e4sident Ben Bernanke im Jahre 2002, dass die USA mit Hilfe der Notenpresse nicht in eine japanische Nullzinsfalle geraten k\u00f6nne. Aber trotz aller Bem\u00fchungen von \u201eHelikopter-Ben\u201c landeten die USA wenige Jahre sp\u00e4ter gerade dort. Die Notenbanken hatten ein Wechselspiel aus billigem Geld und Assetpreisblasen geschaffen. Der Versuch, die nach dem Platzen der Blasen unvermeidlichen Krisen mit noch billigerem Geld zu bek\u00e4mpfen, erinnert an die Geschichte M\u00fcnchhausens, der sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen gedachte. Die Notenbanken trifft jedoch keineswegs die Alleinschuld. Eine expansive Notenbankpolitik ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung f\u00fcr Preisblasen. Die Gleichschaltung vieler Anleger und ein kollektiver Wahn m\u00fcssen noch hinzukommen. Mit der Computerisierung des Wertpapierhandels und einer Vielzahl quantitativer, prozyklischer Anlagestrategien ist auch diese Bedingung zunehmend erf\u00fcllt gewesen.<\/p>\n<p>Bis vor 10-15 Jahren unterlagen einzelne Anleger der Illusion, dem Platzen von Preisblasen zuvorkommen zu k\u00f6nnen, indem sie ihre Papiere rechtzeitig verkauften und daf\u00fcr Kasse in Form von Kontoguthaben hielten (auch wenn dies f\u00fcr alle Anleger im Aggregat nat\u00fcrlich niemals gelingen kann). Mit der Krise des Jahres 2008 war auch der Nimbus der Sicherheit dieser Strategie gefallen. Im Gegensatz zu Bargeld handelt es sich bei Bankguthaben eben nicht um von den Zentralbanken geschaffenes Geld, sondern nur um einen Rechtsanspruch auf die Auszahlung desselben. Dieser Anspruch steht und f\u00e4llt mit dem Wohl und Wehe der kontof\u00fchrenden Banken. Kollabieren diese, ist auch das Guthaben verwirkt. Die Sicherungssysteme sind im Ernstfall vermutlich nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Au\u00dferdem droht bei allen Giroguthaben latent die Gefahr, dass sie \u00fcber Nacht gesperrt werden und ein Transfer nicht mehr m\u00f6glich ist. Wie politische Sanktionen (Ru\u00dfland, Venezuela) oder die Krise in Griechenland zeigen, kann das nicht mehr als ein rein theoretischer Fall abgetan werden.<\/p>\n<p>Blieb als Alternative f\u00fcr die Krisenpr\u00e4vention nur die Hortung von Bargeld oder Edelmetallen. Ersteres hat den Vorteil, dass Zahlungen anonym vorgenommen werden k\u00f6nnen, w\u00e4hrend bei elektronischen Transaktionen zumindest der kontof\u00fchrenden Bank Verbrauchs- und Verhaltensgewohnheiten offengelegt werden m\u00fcssen. In Zeiten zunehmenden Datendiebstahls k\u00f6nnten die Daten aber auch noch wo ganz anders landen. Die Anonymit\u00e4t im Goldhandel ist seit einigen Jahren vorbei, auch wenn die Beh\u00f6rden bei einer Gro\u00dfzahl der historisch angeh\u00e4uften privaten Goldbest\u00e4nde noch immer im Dunkeln tappen. Beide Geldformen haben aber den Nachteil, dass ein erh\u00f6hter Aufwand f\u00fcr die Absicherung gegen Diebstahl und Verlust getrieben werden mu\u00df. Gr\u00f6\u00dfere Best\u00e4nde d\u00fcrfen nicht ohne vorherige Anmeldung \u00fcber Landesgrenzen hinweg transportiert werden.<\/p>\n<p>Aus diesen Beschr\u00e4nkungen hat sich die Idee entwickelt, ob es nicht ein Geld geben k\u00f6nne, das von den W\u00e4hrungsbeh\u00f6rden nicht gesperrt werden kann und das von \u00fcberall aus elektronisch \u00fcber alle Landesgrenzen hinweg transferiert werden kann. Eine Geldform, die nicht von der wackligen Existenz einer Bank abh\u00e4ngt und gleichzeitig die Funktion eines Wertaufbewahrungsmittels erf\u00fcllt, da seine Kaufkraft nicht durch die unkontrollierte Schaffung zus\u00e4tzlicher Geldeinheiten entwertet werden kann. Ein Zahlungsmittel, mit dem Geldtransfers anonym vorgenommen werden k\u00f6nnen, ohne Verhaltens- und Verbrauchsdaten offenzulegen. Mit einem Wort ein Geld, das die Vorteile des elektronischen Zahlungsverkehrs mit den Vorteilen von Bargeld\/Gold kombiniert.<\/p>\n<p>Aus diesen Ideen heraus wurde der Bitcoin geboren und es ist nat\u00fcrlich kein Zufall, dass er auf dem H\u00f6hepunkt der Finanzkrise des Jahres 2008 lanciert wurde. Mitte September 2008 war die Investmentbank Lehman Brothers pleite gegangen. Nur wenige Wochen sp\u00e4ter, am 31.10.2008, wurde ein Papier mit dem Titel \u201eBitcoin \u2013 A Peer-to-Peer Electronic Cash System\u201c ver\u00f6ffentlicht. Als Autor ist das Pseudonym Satoshi Nakamoto angegeben. Bis heute ist nicht gekl\u00e4rt wer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt. Die Initiatoren des Bitcoin-Systems waren clever genug, ihren bzw. ihre Namen der \u00d6ffentlichkeit vorzuenthalten, da das System von Anfang an zugunsten der Insider der ersten Stunde ausgestaltet war.<\/p>\n\n\n\n<blockquote>\n<p><strong>Ausgestaltung und Funktionsweise des Bitcoin-Systems<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Verbuchung elektronischer Geldtransfers gibt es grunds\u00e4tzlich zwei M\u00f6glichkeiten. Entweder wird ein Transaktionsregister von einer damit beauftragten, zentralen Organisation gef\u00fchrt. In der Bundesrepublik Deutschland ist die Deutsche Bundesbank per Gesetz mit der Organisation des Zahlungsverkehrs f\u00fcr das gesetzliche Zahlungsmittel Euro beauftragt. Eine zentrale Registerf\u00fchrung birgt jedoch die Gefahr, dass Regierungen Geldtransfers blockieren k\u00f6nnen, indem sie die mit der Registerf\u00fchrung beauftragte Organisation kontrollieren. Geldtransfers sind dann nur m\u00f6glich, solange sie politisch opportun sind.<\/p>\n<p>Das Bitcoin-Netzwerk hat die zweite Variante, eine dezentrale Registerf\u00fchrung gew\u00e4hlt. Das Bitcoin-System soll ein freies Netzwerk gleichberechtigter Nutzer sein (Peer to Peer Netzwerk). Geldtransaktionen bzw. der Transfer von Bitcoins werden von der Gemeinschaft der Netzwerkteilnehmer validiert und protokolliert. Das klingt idealistisch, wirft aber in der Praxis einige wichtige Fragen auf: Wer pr\u00fcft bei einer dezentralen Organisation, ob ein Nutzer \u00fcberhaupt \u00fcber ausreichend Guthaben verf\u00fcgt, um einen Transfer zu t\u00e4tigen? Warum sollte sich jemand den Aufwand machen, fremde Transaktionen zu pr\u00fcfen und zu protokollieren? Was hat er davon? Und schlie\u00dflich: Wenn viele Nutzer gleichzeitig ein Transaktionsregister f\u00fchren, wie kann sichergestellt werden, dass es nicht zu Datenkonflikten durch gleichzeitige Zugriffe kommt? Wie kann ein f\u00fcr jeden Nutzer einheitliches und eindeutiges Transaktionsregister sichergestellt werden?<\/p>\n<p>Ich will zun\u00e4chst diesen Fragen nachgehen, weil durch deren Kl\u00e4rung auch die Antwort auf die wichtigste aller Fragen, n\u00e4mlich die wie ein Bitcoin \u00fcberhaupt geschaffen wird, gegeben wird. Die Pr\u00fcfung der Berechtigung, einen Bitcoin-Transfer vornehmen zu k\u00f6nnen, erfolgt \u00fcber eine verschl\u00fcsselte Signatur. Sie ist ein Kernst\u00fcck der Bitcoin-Technologie. Jeder Bitcoin-Netzwerkteilnehmer verf\u00fcgt \u00fcber einen privaten Schl\u00fcssel, der nur ihm bekannt ist (er w\u00e4hlt eine Zahl mit bis zu 78 Stellen), und einen f\u00fcr andere Teilnehmer sichtbaren \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel, der aus dem privaten Schl\u00fcssel errechnet wird. Details seien Ihnen an dieser Stelle erspart. Wichtig zu wissen ist lediglich, dass die Rechenoperation nicht umgekehrt werden kann. Aus dem sichtbaren \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel k\u00f6nnen also keinerlei R\u00fcckschl\u00fcsse auf den privaten Schl\u00fcssel gezogen werden. Da der \u00f6ffentliche Schl\u00fcssel eine unhandlich lange Zahl ist, hat sich in der Praxis anstelle des \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssels die wesentlich k\u00fcrzere Bitcoin-Adresse durchgesetzt. Die Bitcoin-Adresse wird mit einer mathematischen Funktion (doppelte Hash-Funktion) aus dem \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel errechnet.<\/p>\n<p>Die Bitcoin-Adressen sind die Pseudonyme der Netzwerkteilnehmer. Will ein Netzwerkteilnehmer einen Transfer von Bitcoin-Einheiten durchf\u00fchren, so versendet er eine Transaktionsnachricht, seinen \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel und eine dazu passende zweiteilige Signatur an andere Netzwerkteilnehmer. Sobald diese die Nachricht empfangen haben, k\u00f6nnen sie durch mathematische Funktionen die Signatur entcodieren und \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Signatur zum mitgegebenen \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel pa\u00dft. Gleichzeitig k\u00f6nnen Netzwerkteilnehmer \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Bitcoin-Adresse, die als Sender angegeben ist, \u00fcber ein entsprechendes Guthaben verf\u00fcgt.<\/p>\n<p>F\u00fcr jede Bitcoin-Transaktion mu\u00df eine Bitcoin-Adresse f\u00fcr den Sender und eine Bitcoin-Adresse f\u00fcr den Empf\u00e4nger angegeben sein. Das Bitcoin-System enth\u00e4lt keine Best\u00e4nde, sondern eine vollst\u00e4ndige Liste aller jemals stattgefundenen Bitcoin-Transaktionen. Daraus ist f\u00fcr jeden Netzwerkteilnehmer \u00f6ffentlich einsehbar, welche Bitcoin-Einheiten zu welchem Zeitpunkt von einer Bitcoin-Adresse zu einer anderen Bitcoin-Adresse geflossen sind. Ein Traum f\u00fcr jeden Notenbanker, wenn so etwas bei Bargeld m\u00f6glich w\u00e4re. Stellen Sie sich vor, jeder Bargeldschein w\u00fcrde von der Notenbank mit einem Chip ausgestattet, der Ihre Fingerabdr\u00fccke verzeichnet und den Zeitpunkt, wann er von wem zu wem geflossen ist. Zwar nicht mit Namen und Adresse, aber immerhin unter Angabe eines Pseudonyms. Daraus lie\u00dfen Praxiswerte \u00fcber Umlaufgeschwindigkeit, Ausgabe- und Investitionsverhalten gewinnen, die andernfalls oft m\u00fchsam gesch\u00e4tzt werden m\u00fcssen. Aber nicht nur f\u00fcr Geldpolitiker ist das ein Traum, sondern auch f\u00fcr alle im Handel t\u00e4tigen Unternehmen, deren Datenneugier ja ohnehin schon kaum zu bremsen ist.<\/p>\n<p>Wenn Sie zu einem Netzwerk wie Bitcoin Zuflucht nehmen, dann ist es vermutlich das Letzte, was Sie wollen, dass alle Netzwerkteilnehmer jede einzelne Ihrer Geld\u00fcberweisungen, und wenn auch nur unter einem Pseudonym, verfolgen k\u00f6nnen. Also werden Sie viele Pseudonyme generieren, zwischen denen Sie wie ein H\u00fctchenspieler so lange Bitcoins hin und herschieben bis f\u00fcr Au\u00dfenstehende ihre tats\u00e4chlichen Transaktionen nicht mehr nachvollziehbar sind. Die Verwaltung von vielen Pseudonymen, die aus privaten und \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel berechnet wurden, wird schnell un\u00fcbersichtlich. Deswegen \u00fcbernimmt ein Programm, Wallet (Brieftasche) genannt, die Verwaltung der \u201eGuthaben\u201c, die ihnen unter den verschiedenen Pseudonymen, bzw. Bitcoin-Adressen zugeschrieben sind. Teilweise wird f\u00fcr jede Transaktion von Bitcoin-Einheiten eine neue Bitcoin-Adresse generiert. Beispielsweise k\u00f6nnte es sein, dass Sie eine Ware verkauft haben und einer Ihrer Bitcoin-Adressen daf\u00fcr ein ganzer Bitcoin gutgeschrieben wurde. Nun m\u00f6chten Sie f\u00fcr den Kauf einer anderen Sache aber nur einen halben Bitcoin ausgeben. Die Wallet spaltet den ganzen Bitcoin, den Sie erhalten haben (Transaktionsinput) in zwei Transaktionen zu je einem halben Bitcoin auf (Transaktionsoutput): eine zugunsten der Bitcoin-Adresse des Verk\u00e4ufers und eine zugunsten einer neuen Bitcoin-(Wechselgeld)Adresse. Die Teilnahme am Bitcoin-System ist also alles andere als trivial. Bitcoin wird das Bargeld oder einfache Konto\u00fcberweisungen nicht ersetzen k\u00f6nnen. Noch wird es in der Breite Online-\u00dcberweisungen ersetzen k\u00f6nnen. F\u00fcr die \u00fcberwiegende Mehrheit der Bev\u00f6lkerung sind Bitcoin-Transfers aufgrund ihrer Komplexit\u00e4t nicht geeignet. Dem Wachstumspotenzial von Bitcoin sind enge Grenzen gesetzt. Dies sollte man bei einer Investition im Hinterkopf haben.<\/p>\n<p>Aber kommen wir zu den Transaktionsvorschl\u00e4gen zur\u00fcck, die einzelne Netzwerkteilnehmer an andere propagieren. Prinzipiell ist die \u00dcberpr\u00fcfung der Signatur f\u00fcr jeden Teilnehmer machbar. Dies verursacht jedoch nicht zu vernachl\u00e4ssigende Kosten f\u00fcr Rechnerhardware und Strom, da allein f\u00fcr die Verifizierungsfunktion eine Kopie des kompletten Transaktionsregisters auf dem eigenen Rechner gespeichert werden mu\u00df (der Speicherplatzbedarf liegt zum 1. Februar 2018 bei knapp 150 Gigabyte, Tendenz weiter steigend). Zudem sollen eingehende Transaktionsnachrichten im Netzwerk laufend weiterverbreitet werden. Wenn neben der Generierung durch die Wallet Transaktionen auch noch verifiziert und verbucht werden k\u00f6nnen, dann spricht man von einem vollwertigen Knoten (Full Node) des Bitcoin-Netzwerks. Aber warum sollte sich jemand den Aufwand machen, den Rechner permanent laufen zu lassen, um die Transaktionsnachrichten Dritter zu verbreiten, ihre Signatur zu \u00fcberpr\u00fcfen oder sie gar in einem aufwendigen Verfahren in die Transaktionsliste aufzunehmen? Die Antwort ist verbl\u00fcffend: Weil man durch neugeschaffene Bitcoin-Einheiten daf\u00fcr entlohnt wird.<\/p>\n<p>Bitcoins werden n\u00e4mlich wie jede Form des Fiat-Money aus dem Nichts gesch\u00f6pft. Und zwar f\u00fcr die Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks, die Transaktionen in der \u00f6ffentlichen Transaktionsliste festhalten. Diese besteht aus aufeinander aufbauenden Transaktionsbl\u00f6cken (Blockchain). Jeder Block, in dem mehrere neue Transaktionen geb\u00fcndelt sind, hat eine eindeutige Blockidentifikationsnummer. Gleichzeitig ist im Blockkopf (Block Header) auch die Blockidentifikationsnummer des Vorg\u00e4ngerblocks vermerkt. So entsteht eine wachsende Kette von Blocks mit allen jemals get\u00e4tigten Transaktionen, die sich eindeutig referenzieren. Da es f\u00fcr die Fertigung eines neuen Blocks neue Bitcoins gibt, wollen m\u00f6glicherweise viele Netzwerkteilnehmer die Kette gleichzeitig erweitern. Die Folge w\u00e4re eine Kette, die sich immer mehr verzweigt und in denen Transaktionen ggf. doppelt festgehalten sind.\u00a0 Das Bitcoin-Netzwerk versucht diese Problematik mit zwei Ausgestaltungsmerkmalen zu l\u00f6sen. Erstens haben sich die Bitcoin-Netzwerkteilnehmer zu dem Konsens zusammengefunden, dass nur der l\u00e4ngste Zweig, also der Zweig mit der gr\u00f6\u00dferen Anzahl von Blocks zum letzten eindeutigen Vorg\u00e4ngerblock, fortgesetzt wird. Der andere Zweig wird verworfen. Die Netzwerkteilnehmer, die diesen Zweig gefertigt haben, gehen leer aus, w\u00e4hrend die Sch\u00f6pfer des l\u00e4ngeren Zweiges ihre volle Entlohnung in Form neuer Bitcoins erhalten.<\/p>\n\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"176\" src=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-634\" srcset=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-1.png 605w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-1-300x87.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Problematik der Verzweigung besteht nat\u00fcrlich insbesondere dann, wenn viele Netzwerkteilnehmer gleichzeitig in Sekundenschnelle neue Blocks an die Blockkette anf\u00fcgen k\u00f6nnen. Deswegen wurde als zweite Ma\u00dfnahme im Bitcoin-Netzwerk ein k\u00fcnstlicher Schwierigkeitsgrad f\u00fcr die Erstellung eines g\u00fcltigen Blocks eingef\u00fchrt. Im Bitcoin-Netzwerk kann ein neuer Blockkandidat nur dann an die Blockkette angef\u00fcgt werden, wenn seine Blockidentifikationsnummer einem bestimmten, vom Bitcoin-Netzwerk vorgegebenen Schwellenwert, gen\u00fcgt. Die Netzwerkteilnehmer wetteifern darum, als Erster das Schwellenwertkriterium zu erf\u00fcllen. In der Praxis variieren sie bestimmte Parameter f\u00fcr die Generierung alternativer Blockidentifikationsnummern. Das Ganze wird dann Mining genannt, um eine (nicht angebrachte) Analogie zum Sch\u00fcrfen von Edelmetallen herzustellen. \u00dcberhaupt sind viele Begriffe aus dem Marketing von Gold entlehnt, um das Thema Bitcoin zu verkaufen. Aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls ist der Proze\u00df des \u201eMining\u201c wirklich kompliziert. Begriffe wie \u201eIteration des Nonce-Werts\u201c oder \u201ealternative Merkle-Root\u201c sind f\u00fcr viele Menschen jenseits des kognitiven Fassungsverm\u00f6gens. Die Sch\u00f6pfung neuer Bitcoins ist also IT-Spezialisten mit speziellen Kenntnissen vorbehalten. Heute versuchen Vereinigungen von erfahrenen Netzwerkteilnehmern (Mining-Pools) mit hochger\u00fcsteten Serverfarmen, vorwiegend in Asien, die hochgeschraubten Schwierigkeitsgrade zu l\u00f6sen. Der Einzelk\u00e4mpfer mit normaler IT-Ausr\u00fcstung hat praktisch keine Chance mehr, neue Bitcoins zu ergattern. Ein Gro\u00dfteil der bisher gesch\u00f6pften Bitcoins d\u00fcrfte zu Beginn auf das Konto der Leute geflossen sein, die dieses System ersonnen haben.<\/p>\n<p>Aber es kommt noch schlimmer. Das Bitcoin-System war am Anfang nur ein paar Nerds bekannt, die sich den Spa\u00df machten, so etwas einmal technisch auszuprobieren. Ende des Jahres 2008 war Bitcoin ein elektronisches Spielgeld, das an neue Nutzer oft verschenkt wurde. Die erste Preissch\u00e4tzung im Oktober 2009 ergab einen Wert von 0,000764 USD. Die erste Warentransaktion soll im Mai 2010 stattgefunden haben. Dabei wurden 10.000 Bitcoin f\u00fcr den Gegenwert von zwei Pizzen bezahlt. Mit dem heutigen Kurs von rund 10.000 USD je Bitcoin h\u00e4tten die beiden Pizzen etwa 100 Millionen Dollar gekostet. Bei wenigen Netzwerkteilnehmern war am Anfang die Verzweigung der Blockkette durch gleichzeitiges Anf\u00fcgen von Blocks kaum zu bef\u00fcrchten. Dementsprechend brauchte man auch keinen hohen k\u00fcnstlichen Schwierigkeitsgrad f\u00fcr die Erzeugung neuer Blocks, w\u00e4hrend die Erzeugung heute mit sehr hohen Rechner- und Stromkosten verbunden ist (s.u.). Aber die Blockerstellung war nicht nur wesentlich einfacher, sie wurde auch noch wesentlich besser verg\u00fctet. Zu Beginn wurden noch 50 Bitcoin-Einheiten als Kompensation f\u00fcr die Blockerstellung gezahlt, heute sind es 12,5 Einheiten. Dieser Wert wird nach der Fertigstellung einer bestimmten Blockanzahl immer weiter halbiert bis er sich asymptotisch der Null n\u00e4hert. Die Anzahl der insgesamt zu emittierenden Bitcoins soll so auf 21 Millionen beschr\u00e4nkt werden. Diese Beschr\u00e4nkung und eine schrumpfende Entlohnung bei steigendem Aufwand f\u00fchren langfristig zu massiven Anreizproblemen zur Aufrechterhaltung des Systems (s.u.). Das Ganze ist ein gro\u00dfer Kettenbrief: Ein kleiner Kreis von hochspezialisierten IT-Fachleuten nimmt f\u00fcr eine an sich triviale Dienstleistung (Transfer von Geldeinheiten) hohe Betr\u00e4ge ein, w\u00e4hrend die Nachfolgenden bei steigendem Aufwand immer geringer kompensiert werden. In der logarithmischen Darstellung der Entwicklung aller bisher geschaffenen Bitcoin kann man klar erkennen, dass die gro\u00dfen Wachstumsraten in der Bitcoin-\u201eGeld\u201cmenge zu Beginn des Systems erzielt wurden, als das Ganze nur wenigen Insidern bekannt war.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"391\" src=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-635\" srcset=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-2.png 605w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-2-300x194.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><figcaption>Quelle: <a href=\"https:\/\/blockchain.info\/de\/charts\/total-bitcoins\">https:\/\/blockchain.info\/de\/charts\/total-bitcoins<\/a><em>, <\/em>eigene Darstellung, Stand 1.2.2018<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Aber nicht nur unfreiwillige, sondern auch mutwillige Verzweigungen der Blockchain sind denkbar. Wie oben angesprochen, setzt sich bei einer Verzweigung der l\u00e4ngere Zweig durch. Der k\u00fcrzere wird aufgegeben. Was aber passiert, wenn ein Teilnehmer versucht, andere Bl\u00f6cke zu unterdr\u00fccken, indem er einen l\u00e4ngeren Zweig an die Blockchain anzuf\u00fcgen versucht? Ein solcher Teilnehmer m\u00fc\u00dfte \u00fcber eine im Vergleich zu seinen Mitbewerbern sehr gro\u00dfe Rechenkapazit\u00e4t verf\u00fcgen, damit er in der Lage ist, mehrere g\u00fcltige Bl\u00f6cke hintereinander zu erstellen. So ein Angriff auf das Bitcoin-Netzwerk w\u00e4re dann einigerma\u00dfen aussichtsreich, wenn ein Teilnehmer mehr als die H\u00e4lfte der gesamten Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks kontrollieren w\u00fcrde. Man spricht deswegen auch vom 51%-Angriff. Der Teilnehmer k\u00f6nnte zwar keine Transaktionen ver\u00e4ndern, da er die Signatur nicht f\u00e4lschen kann. Aber er kann willk\u00fcrlich entscheiden, welche Transaktionen in die Blockchain aufgenommen werden und welche nicht. Ein Bitcoin-K\u00e4ufer w\u00e4re in diesem Fall nicht mehr von einer Notenbank oder einer anderen Beh\u00f6rde abh\u00e4ngig, daf\u00fcr aber von einem dominanten Netzwerkpaten.<\/p>\n<p>Einen echten Verm\u00f6gensschaden k\u00f6nnten derjenige erleiden, der sich darauf verl\u00e4\u00dft, dass eine Transaktion zu seinen Gunsten verbucht wird. Zum Beispiel der Verk\u00e4ufer eines Goldbarrens, der daf\u00fcr drei Bitcoin erhalten soll. Generiert der K\u00e4ufer neben der ersten Transaktion noch eine zweite, die das gleiche Bictoin-Guthaben (Transaktionsinput) referenziert und die zu seinen Gunsten lautet, gibt es zwei widerspr\u00fcchliche Transaktionen. Das gleiche Geld wurde sozusagen doppelt ausgegeben (Double Spend). Nur eine der beiden Transaktion kann in die Blockchain aufgenommen werden. Ein dominanter Netzwerkteilnehmer k\u00f6nnte daf\u00fcr sorgen, dass die zweite und nicht die erste Transaktion an die Blockchain angef\u00fcgt wird. Der Verk\u00e4ufer des Goldbarrens ginge dann leer aus. Dumm nur, wenn er den Goldbarren schon ausgeh\u00e4ndigt hat. Der Bitcoin eignet sich demnach wenig f\u00fcr Gesch\u00e4fte im Einzelhandel, bei denen Ware gegen Cash gilt.<\/p>\n<p>Nun ist ein 51%-Angriff umso unwahrscheinlicher, je mehr Anreize f\u00fcr einen gesunden Wettbewerb beim \u201eMining\u201c bestehen. Beim gegenw\u00e4rtigen Bitcoin-Kurs konkurrieren noch mehrere Mining-Pools darum, sich die n\u00e4chsten Bitcoin-Einheiten zu verdienen. Gegenw\u00e4rtig gilt eine Transaktion, die in einem Block steht, der mindestens sechs Nachfolger hat, praktisch als unumkehrbar. Wie seht das aber aus, wenn die Verg\u00fctung immer weiter sinkt und die Preise fallen, weil sich die Netzwerkteilnehmer zu anderen Kryptow\u00e4hrungen abwenden oder ganz aus Kryptow\u00e4hrungen aussteigen? Kann ein gutgl\u00e4ubiger Bitcoin-K\u00e4ufer dann tats\u00e4chlich sicher sein, dass nicht eine Gruppe mit gro\u00dfem IT-Budget das gesamte Netzwerk \u00fcbernehmen kann? Die Zahl der vollwertigen Knoten, die prinzipiell in der Lage w\u00e4ren, Blocks anzufertigen, nimmt seit einiger Zeit kontinuierlich ab, da die einfachen Netzwerkteilnehmer realisieren, dass sie keine Chance mehr haben, beim Mining zum Zug zu kommen. Einmal in die Blockchain eingetragene Transaktionen k\u00f6nnen sp\u00e4ter nicht mehr storniert werden, da ja alle Transaktionsbl\u00f6cke aufeinander aufbauen. Freuen Sie sich also, wenn Ihnen jemand versehentlich ein paar Tausend Bitcoin zuweist. Im Gegensatz zu herk\u00f6mmlichen Zahlungssystemen kann diese \u00dcberweisung bei gen\u00fcgend nachfolgenden Bl\u00f6cken praktisch nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote>\n<p><strong>Die Problematiken des Bitcoin-Systems<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Bitcoin-System weist aus meiner Sicht folgende Problematiken auf:<\/p>\n<ol>\n<li>Hoher Benutzeraufwand (Pseudonyme)<\/li>\n<li>Ineffizienz im Durchsatz von Transaktionen<\/li>\n<li>Verschwendung von Ressourcen<\/li>\n<li>Langfristige Anreizproblematik und fehlende Versorgungssicherheit<\/li>\n<li>Abwanderung zu alternativen Kryptow\u00e4hrungen<\/li>\n<li>Fehlende Angebotssteuerung<\/li>\n<li>Uneinigkeit der Bitcoin Community<\/li>\n<li>Preisvolatilit\u00e4t<\/li>\n<li>Sicherheitsm\u00e4ngel<\/li>\n<li>Unreguliertheit<\/li>\n<li>Ungen\u00fcgende Verteilungsungerechtigkeit (Kettenbriefcharakter)<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><u>Ad 1. Hoher Benutzeraufwand und 2.Ineffizienz<\/u><\/p>\n<p>Einer der gr\u00f6\u00dften Makel des Bitcoin-Systems ist die ineffiziente Abwicklung von Zahlungsvorg\u00e4ngen. Das zieht sich von der Transaktionsgenerierung, die eine Vielzahl von Pseudonymen, Wechselgeldadressen und Verschleierungstaktiken notwendig macht, bis hin zu einer seriellen Verbuchung ohne Stornom\u00f6glichkeit, die zudem durch k\u00fcnstliche Schwierigkeitsgrade extrem aufwendig gestaltet ist. Dieser grunds\u00e4tzliche Mangel des Bitcoin-Systems liegt im Kern an der Absage an eine zentrale Verbuchungsinstanz, die sich auf die Abwicklung von Zahlungstransaktionen spezialisiert hat. Die Dezentralit\u00e4t des Systems und die prinzipielle M\u00f6glichkeit, dass jeder Netzwerkteilnehmer Transaktionen verbuchen kann, bedingt eine k\u00fcnstliche Verz\u00f6gerung der Verbuchungsvorg\u00e4nge, um eindeutige und einheitliche Registereintr\u00e4ge in der Blockchain gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen. Gegenw\u00e4rtig werden neue Blocks nur alle zehn Minuten erstellt. Das ist ungef\u00e4hr dann auch die Wartezeit eines Netzwerkteilnehmers, der auf eine Zahlungseingangsbest\u00e4tigung wartet. Zu lange f\u00fcr einen effizienten Einsatz im Einzelhandel. Bei der aktuellen Blockgr\u00f6\u00dfe ergibt sich ein Durchsatz von weniger als 10 Transaktionen pro Sekunde, w\u00e4hrend andere Zahlungssysteme in der Lage sind, viele Tausend Transaktionen pro Sekunde zu verbuchen. Auch potenzielle Verbesserungen wie eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Transaktionen pro Block oder Zahlungskan\u00e4le zur Verhinderung einer doppelten Verwendung des gleichen Guthabens (Double Spend), werden den Durchsatz des Bitcoin-Systems h\u00f6chstwahrscheinlich nicht \u00fcber ein paar zig Transaktionen pro Sekunde anheben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><u>Ad 3. Verschwendung von Ressourcen<\/u><\/p>\n<p>Noch schwerer ins Gewicht f\u00e4llt jedoch die unn\u00f6tige Verschwendung von IT- und Stromressourcen f\u00fcr das sogenannte Mining. Nach j\u00fcngsten Sch\u00e4tzungen des Bitcoin Energy Consumption Index von Digiconomist (1.2.2018) betr\u00e4gt der hochgerechnete Stromverbrauch per annum mehr als 46 Terrawattstunden. Damit w\u00fcrde das Bitcoin-Netzwerk nahe ann\u00e4hernd so viel Strom verbrauchen wie die gesamte Volkswirtschaft Portugals. Mit dem Stromverbrauch einer Bitcoin-Transaktion lie\u00dfe sich der Strombedarf von 17 US-Haushalten einen Tag lang decken.<\/p>\n<p>Nun m\u00f6gen die Zahlen etwas \u00fcberzeichnet sein, da Digiconomist die Annahme trifft, dass die Kosten f\u00fcr die \u201eMiner\u201c immer 60% der Einnahmen betragen, was sich bei den extremen Aufw\u00e4rtssch\u00fcben des Bitcoin-Preises in den vergangenen 18 Monaten nicht halten l\u00e4\u00dft. Aber es steht au\u00dfer Zweifel, dass die installierte Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk stark zunimmt. Exemplarisch daf\u00fcr mag einer der neuen Computerparks in der Inneren Mongolei stehen, der sich nur dem \u201eMining\u201c von Kryptow\u00e4hrungen widmet. 21000 (in Worten: einundzwanzigtausend), auf Mining-Operationen spezialisierte Rechner sollen allein f\u00fcr die Sch\u00f6pfung von Bitcoin installiert sein. Das Gesch\u00e4ft ist profitabel, nicht zuletzt deswegen, weil der Strom angeblich von lokalen Kohlekraftwerken subventioniert bezogen werden kann. Und das alles f\u00fcr die Verbuchung von ein paar Transaktionen, von denen ein guter Teil in anderen Zahlungssystemen unn\u00f6tig w\u00e4re (Verschleierungs- und Wechselgeldtransaktionen). Gegen diesen Wahnsinn wirkt die Dot-Com-Blase der Jahrtausendwende ex post harmlos.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"454\" height=\"302\" src=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-636\" srcset=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-3.jpg 454w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-3-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><figcaption>Quelle: Digiconomist.net, Stand 2.2.2018<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><u>Ad 4. Anreizproblematik und 5. Abwanderung zu alternativen Kryptow\u00e4hrungen <\/u><\/p>\n<p>Was aber passiert, wenn die Vernunft wieder einkehrt? Wenn durch einen starken Preisverfall pl\u00f6tzlich Mining-Pools unrentabel werden? Wenn man aufh\u00f6rt, immer mehr Rechenleistung an ein ineffizientes Zahlungssystem zu verschwenden? Wenn die \u201eMiner\u201c realisieren, dass ein weiteres Hochr\u00fcsten der Rechenleistung nichts bringt, weil der Schwierigkeitsgrad f\u00fcr die Anfertigung eines neuen Blocks dann nach oben geschraubt wird? Die langfristige Anreizproblematik wird durch die Halbierung der Entlohnung nach einer bestimmten Blockanzahl noch versch\u00e4rft. Viele Mining-Pools werden dann entweder schlie\u00dfen oder sich alternativen Kryptow\u00e4hrungen zuwenden, die noch etwas mehr am Anfang stehen. Und diese, die sogenannten Altcoins, gibt es reichlich, da das Bitcoin-Netzwerk ja Architektur und Code weitgehend offengelegt hat. W\u00e4re es da nicht sinnvoll, sich bei einem Kettenbrief etwas weiter vorne einzureihen? Da, wo der Schwierigkeitsgrad geringer und die Entlohnung noch gr\u00f6\u00dfer ist?<\/p>\n<p>Die einfachen Bitcoin-Nutzer sind dann in Gefahr, auf ihren Bitcoin sitzen zu bleiben. Sie sind darauf angewiesen, dass andere Netzwerkteilnehmer ihre Transaktionen verbuchen. Aber wer soll das machen, wenn alle Bitcoin schon emittiert sind. Prinzipiell kann zwar f\u00fcr jede Transaktion vom Sender ein zus\u00e4tzliches Sal\u00e4r f\u00fcr den \u201eMiner\u201c in Aussicht gestellt werden. Aber es k\u00f6nnte dann trotz sinkender Schwierigkeitsgrade bei zur\u00fcckgehendem Wettbewerb f\u00fcr die \u201eMining\u201c-Seite zu wenig sein, um die aufwendige Blockgenerierung zu decken. Diejenigen, die aus dem Bitcoin raus wollten, m\u00fc\u00dften dann das zus\u00e4tzliche Sal\u00e4r f\u00fcr den \u201eMiner\u201c solange anheben, bis sich jemand f\u00fcr ihre Transaktion erbarmt. Schwarzmalerie? Man wird sehen. Aufgrund der limitierten Blockgr\u00f6\u00dfe gibt es f\u00fcr Transaktionen mit einem kleinen Gegenwert schon heute kaum Aussicht, einen Platz in einem Block zu ergattern, da die Transaktionsgeb\u00fchr den Transaktionsgegenwert \u00fcbersteigt. Viele kleine Guthaben sind damit faktisch wertlos. In jedem Fall hat man die Abh\u00e4ngigkeit von einem Bankensystem mit definiertem Preis-Leistungs-Verzeichnis eingetauscht in die Abh\u00e4ngigkeit von einer anonymen Nutzergemeinde, die mit Sicherheit nicht nur aus Anthroposophen besteht. Von den Gefahren, die drohen, wenn der \u201eMining\u201c-Wettbewerb so stark abnimmt, dass das gesamte Bitcoin-Netzwerk von einem Teilnehmer oder einer Teilnehmergruppe dominiert wird, (siehe 51%-Angriff) ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><u>Ad 6. Fehlende Angebotssteuerung und 7. Uneinigkeit der Bitcoin Community<\/u><\/p>\n<p>Als ein Pluspunkt des Bitcoin-Netzwerks wird oft die Beschr\u00e4nkung des Geldangebots angef\u00fchrt. Die Begrenzung auf 21 Millionen Bitcoin-Einheiten soll den Nutzern vermutlich Knappheit suggerieren. Die angebliche Knappheit d\u00fcrfte aber kaum mehr sein als ein reiner Marketing-Gag. Die Halbierung der Bitcoin-Einheiten als Entlohnung f\u00fcr das \u201eMining\u201c ist eine reine Willk\u00fcr der Initiatoren des Systems. Niemand kann ihnen garantieren, dass es dabei bleibt. Aktuell ist die Beschr\u00e4nkung im Code implementiert, aber dieser k\u00f6nnte problemlos auch ge\u00e4ndert werden, wenn sich die Bitcoin-Community darauf einigt. Aber wer ist das? Welche Leitlinien bestimmen ihr Handeln und aus welchem Grund? Im Gegensatz zu Zentralbanken werden Sie auf diese Fragen kaum Antworten finden. Die Bitcoin Community besteht aus verschiedenen Interessensgruppen, die um die Deutungshoheit im Bitcoin-Netzwerk erbittert ringen. Neben der Gruppe, die sich der urspr\u00fcnglich implementierten Bitcoin-Version verpflichtet f\u00fchlt (Bitcoin Core Entwickler), gibt es auch die \u201eMiner\u201c und Bitcoin-B\u00f6rsen, die vor allem an hohen Gewinnen auf der Basis eines h\u00f6heren Transaktionsdurchsatzes interessiert sind. Im August 2017 spaltete sich die Bitcoin-Blockchain in zwei konkurrierende \u00c4ste auf: das herk\u00f6mmliche Netzwerk und ein neuer Zweig, der sich Bitcoin Cash nennt. Beide Systemen basieren auf der gleichen Transaktionshistorie, das hei\u00dft die Blockchain ist bis zum Abspaltungszeitpunkt identisch. Bitcoin Cash hat den Anspruch, eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Transaktionen pro Zeiteinheit abwickeln zu k\u00f6nnen. Einflu\u00dfreiche Miner wechselten kurzzeitig die Seiten, wodurch es in beiden Netzwerken zu extremen Preisschwankungen kam. Die Zersplitterung des Bitcoin-Systems in alternative Systeme (sogenannte Hardforks) wird weitergehen, solange es f\u00fcr das Bitcoin-Netzwerk kein glaubw\u00fcrdiges Gremium gibt, das die Regeln im Netzwerk begr\u00fcndet und festgelegt.<\/p>\n<p>Eine willk\u00fcrliche Begrenzung des Geldangebots ist aber auch aus anderen Gr\u00fcnden mehr als fragw\u00fcrdig. Die Hauptfunktion von (Bar)Geld ist es, dass es als wertbest\u00e4ndiges Tauschmittel und Recheneinheit zwischen den Wirtschafssubjekten zirkuliert. Der Teil des Geldeinkommens, der nicht f\u00fcr laufende Geldausgaben und zur Bestreitung des Lebensunterhalts gebraucht wird, wird bei klassischen W\u00e4hrungen Kreditsuchenden entweder direkt \u00fcber die Kapitalm\u00e4rkte oder indirekt \u00fcber die Mittlerfunktion des Bankensystems zur Verf\u00fcgung gestellt. Das Bitcoin-System erf\u00fcllt beide Funktionen nur eingeschr\u00e4nkt bzw. gar nicht. Als Zahlungsmittel f\u00fcr Geldtransaktion ist es aufgrund eines ineffizienten Verbuchungsverfahrens und eben gerade auch wegen der k\u00fcnstlichen Angebotsbeschr\u00e4nkung, die sich in keinster Weise an der Nachfrage orientiert, nur in begrenztem Ma\u00dfe einsetzbar.<\/p>\n<p>Eine Giralgeldfunktion in Form von Bitcoin-Kredit- und Kapitalm\u00e4rkten gibt es ebenfalls nur in Ans\u00e4tzen. Wenn eine Hauptmotivation hinter der Schaffung des Bitcoin-Systems der Gedanke gewesen ist, den Anspruch auf Zentralbankgeld (Giralgeld) durch eine direkte elektronische Geldeinheit zu ersetzen, die keine Forderung repr\u00e4sentiert, dann w\u00e4re es widersinnig, Bitcoin-Kredite zu vergeben, die je nach Bonit\u00e4t des Kreditnehmers auszufallen drohen.<\/p>\n<p>Nein, das Bitcoin-System ist nicht als Zahlungs- und Kreditmittel, sondern nach dem Vorbild von Gold als spekulatives Wertaufbewahrungsmittel gestaltet worden. Als eine jederzeit und von \u00fcberall mobilisierbare Notfallreserve in Krisenzeiten. Aber im Gegensatz zu manchen Metallen sind Bitcoins nicht knapp. Sie m\u00fc\u00dften nicht m\u00fchsam gesch\u00fcrft werden. Im Gegensatz zu Gold k\u00f6nnen sie als Output eines Computerprogramms einfach und mit geringsten Kosten hergestellt werden. H\u00f6here Kosten fallen nur an, wenn aufgrund eines k\u00fcnstlich hohen Schwierigkeitsgrades ein ansonsten sinnfreier Rechenaufwand betrieben wird. Die k\u00fcnstlichen Schwierigkeiten sind ebenso wie das Versprechen einer Begrenzung des Bitcoin-Angebots reine Konventionen eines anonymen Netzwerkes, die jederzeit, wenngleich nicht ohne technische Schwierigkeiten, aufgehoben werden k\u00f6nnten. Im Gegensatz zu den Zentralbanken ist die Bitcoin-Nutzergemeinde nicht durch ein Gesetz verpflichtet, den Wert des Bitcoin zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"439\" src=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-637\" srcset=\"https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-3.png 605w, https:\/\/micro-meets-macro.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/BitCoin-Studie-Grafik-3-300x218.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><u>Ad 8. Preisvolatilit\u00e4t<\/u><\/p>\n<p>Auch als Recheneinheit eignet sich der Bitcoin nicht. Da der Bitcoin-Preis gegen\u00fcber gesetzlichen Zahlungsmitteln extrem schwankt, -eine t\u00e4gliche Auf- oder Abwertung des Bitcoin zum US-Dollar im zweistelligen Prozentbereich ist keine Seltenheit \u2013 m\u00fcssen Warenpreise in Bitcoin st\u00e4ndig angepa\u00dft werden. Bei einem Bitcoin-Kurs von aktuell knapp 10.000 USD m\u00fcssen kleine Preise mit vielen Dezimalstellen hinter dem Komma versehen werden. Der Bitcoin ist die schwankungsanf\u00e4lligste aller W\u00e4hrungen. Die auf Tageskursen berechnete Volatilit\u00e4t des Bitcoin-Kurses zum USD betrug seit Jahresanfang 2017 bis Anfang Februar 2018 41,6%, wobei die Volatilit\u00e4t bei einem so starken Trend vermutlich das falsche Ma\u00df ist, da sie lediglich auf Renditedifferenzen zum Renditemittelwert abstellt. Ein Wertpapier, das jeden Tag exakt um 10% stiege, h\u00e4tte demnach eine Volatilit\u00e4t von Null Prozent. Aussagekr\u00e4ftiger ist in diesem Fall die prozentuale Differenz zwischen Hoch- und Tiefkurs \u00fcber einen bestimmten Zeitraum. Seit Jahresbeginn 2017 sind das 2.332%, seit August 2011 sind es unfa\u00dfbare 845.461%.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><u>Ad 9. Sicherheit<\/u><\/p>\n<p>Kein Zahlungsmittel ist vollkommen f\u00e4lschungs- oder einbruchssicher. Dennoch bieten elektronische Zahlungsmittel, die zudem zu einem Pseudonym transferiert werden k\u00f6nnen, f\u00fcr das nicht einmal eine Adresse hinterlegt werden mu\u00df, nat\u00fcrlich einen besonderen Anreiz f\u00fcr kriminelle Aktivit\u00e4ten. Mit den wachsenden Online-Aktivit\u00e4ten ist Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts das Phishing aufgekommen. Mittels gef\u00e4lschter Webseiten versuchen Hacker Nutzern Zugangsdaten zu entlocken, um Zahlungsmittel anschlie\u00dfend in L\u00e4nder zu transferieren, in denen eine Strafverfolgung schwer m\u00f6glich ist. Gro\u00dfe Hacker Communities existieren dem Vernehmen nach u.a. in Osteuropa, insbesondere in Ru\u00dfland und Rum\u00e4nien. Immer wieder wurden auch Bitcoin-Guthaben erfolgreich gehackt. Der spektakul\u00e4rste Fall war der Zusammenbruch der japanischen Bitcoin B\u00f6rse Mt. Gox. Im Februar 2014 stellte Mt. Gox einen Insolvenzantrag, nachdem 750.00 Bitcoin an Kundengeldern und 100.000 Bitcoin an eigenem Geld einfach \u201everschwunden\u201c waren, angeblich durch einen Hacker-Angriff. Im M\u00e4rz 2014 hatte Mt. Gox dann 200.000 Bitcoin \u201epl\u00f6tzlich wiederentdeckt\u201c. Der Witz an der Geschichte ist, dass der Anspruch der Gl\u00e4ubiger gegen Mt. Gox von einem japanischen Gericht auf der Basis des Bitcoin-Kurses vom Februar 2014 mit einem Gegenwert von 413 Millionen USD festgestellt wurde. Die \u201ewiedergefundenen\u201c 200.000 Bitcoin wurden angeblich jedoch noch nicht verkauft und haben heute einen Gegenwert von ca. zwei Milliarden USD. Die Eigent\u00fcmer von Mt. Gox k\u00f6nnten also trotz Pleite aus der Geschichte mit einem netten kleinen Profit herauskommen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><u>Ad 10. Unreguliertheit<\/u><\/p>\n<p>Bis jetzt ist das Bitcoin-System noch weitgehend unreguliert. W\u00e4hrend bei Waren- und Dienstleistungstransaktionen, die in einer klassischen W\u00e4hrung abgewickelt werden, fast \u00fcberall auf der Welt Mehrwertsteuer abgef\u00fchrt werden mu\u00df, ist diese Frage im Bitcoin-System meines Wissens ungekl\u00e4rt. Was gekl\u00e4rt ist, ist der Punkt, welche Steuern f\u00e4llig werden, wenn Bitcoins als Spekulationsobjekt gehalten werden. Auf K\u00e4ufe oder Verk\u00e4ufe von Bitcoin fallen analog zu Wertpapieren oder Devisen keine Mehrwertsteuer an. Gewinne aus solchen Transaktionen sind steuerfrei, sofern die Bitcoins l\u00e4nger als ein Jahr gehalten wurden. Einkommen aus dem Bitcoin-\u201eMining\u201c werden in Deutschland unter Gewerbeeink\u00fcnften erfa\u00dft, die angefallenen Kosten (Strom, IT, Manpower) d\u00fcrfen gegengerechnet werden. Unreguliert sind noch Kapitalbewegungen. W\u00e4hrend es bei Bargeld eine Vielzahl von Meldepflichten und Geldw\u00e4schevorschriften gibt, genie\u00dft das Bitcoin-System hier noch Narrenfreiheit, was dem ein oder anderen Politiker schon sauer aufst\u00f6\u00dft. Das \u00f6sterreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny wird im Januar 2018 in der S\u00fcddeutschen Zeitung mit den folgenden Worten zitiert:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEs kann doch nicht sein, dass wir gerade beschlossen haben, den 500-Euro-Schein nicht mehr zu drucken, um Geldw\u00e4sche zu bek\u00e4mpfen und jedem noch so kleinen Sparverein strenge Regeln aufbrummen, um dann zuzusehen, wie weltweit munter mit Bitcoin Geld gewaschen wird. Da besteht Handlungsbedarf\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bezeichnend f\u00fcr die Zukunft des Bitcoin k\u00f6nnte das Ende von E-Gold gewesen sein. E-Gold war ein fr\u00fcher Vorl\u00e4ufer von Bitcoin, gegr\u00fcndet im Jahr 1996 und mit dem Beginn der Goldhausse ab dem Jahr 2000 schnell prosperierend. Das System war einfach aufgebaut. Die Teilnehmer er\u00f6ffneten unter einem Pseudonym bei der Gold &#038; Silver Reserve Inc. ein Goldkonto, auf das sie gesetzliche Zahlungsmittel einzahlten, die dann zum aktuellen Kurs in physisches Gold umgewandelt wurden. Warenk\u00e4ufe, die mit E-Gold vorgenommen wurden, wurden in Bruchteilen einer Goldunze bezahlt. Die kleinste Einheit war ein Zehntausendstel Gramm Gold. Im Jahre 2004 sollen \u00fcber eine Million Konten er\u00f6ffnet gewesen sein und E-Gold war ein verbreitetes Zahlungsmittel im E-Commerce. Das Ende dieser vermeintlichen Erfolgsstory wurde durch einen regulativen Eingriff bewerkstelligt. Obwohl der Systembetreiber mit den Regulationsbeh\u00f6rden zusammenarbeitete und ihm noch im Januar 2006 vom US-Finanzministerium versichert wurde, dass f\u00fcr sein Gesch\u00e4ftsmodell keine Geldvermittlerlizenz gem\u00e4\u00df dem USA Patriot Act vonn\u00f6ten sei, klagten die US-Beh\u00f6rden in einer versch\u00e4rften Anwendung des Gesetzes E-Gold (und sp\u00e4ter konkurrierende Systeme wie z.B. e-Bullion) gerade f\u00fcr das Fehlen dieser Geldvermittlerlizenz erfolgreich an. Das zeigt, dass ein Staat wenig zimperlich sein- und im Zweifel auch auf den Rechtsgrundsatz nulla poena sine lege verzichten kann, wenn er vitale eigene Interessen bedroht sieht. Das Verfahren lief in den Jahren 2006 bis 2008 und es mag dazu beigetragen haben, das Bitcoin-System als dezentrales Netzwerk auszugestalten.<\/p>\n\n\n\n<p><u>Ad 11. Verteilungsgerechtigkeit<\/u><\/p>\n<p>Besonders viel zu verlieren haben die Benutzer der ersten Stunde, die mit dem Bitcoin-System bei gegenw\u00e4rtigen Marktpreisen zu Million\u00e4ren oder gar Milliard\u00e4ren geworden sind. Die Personen, die schon fr\u00fch dabei waren und sich eine gro\u00dfe Anzahl von Bitcoins verschaffen konnten, werden als Bitcoin-Wale bezeichnet. Eine direkte Zuordnung von Bitcoin-Einheiten zu Einzelpersonen ist nicht m\u00f6glich, da ja, wie oben erl\u00e4utert, Einzelpersonen eine Vielzahl von Pseudonymen (Bitcoin-Adressen) verwenden. Aber bereits eine Verm\u00f6genszuschreibung allein auf der Basis der Bitcoin-Adressen offenbart die extreme Ungleichverteilung des Bitcoin-Systems. Eine Studie aus dem Jahr 2016 sah 20% aller zu diesem Zeitpunkt existierenden Bitcoin-Einheiten auf nur 115 Adressen verteilt. Der gr\u00f6\u00dfte Bitcoin-Wal ist der Legende nach Satoshi Nakomoto \u2013 Sie erinnern sich, der Initiator des Bitcoin-Systems, dessen Identit\u00e4t nicht gekl\u00e4rt ist &#8211; mit einem vermuteten Verm\u00f6gen von einer Million Bitcoin-Einheiten. Der aktuelle Gegenwert dieser Position ist knapp 10 Milliarden US-Dollar. Wenn Sie durch ein selbst ersonnenes Schneeballsystem in kurzer Zeit reich geworden sind, werden Sie vermutlich angestrengt dar\u00fcber nachdenken, wie Sie wenigsten einen Teil dieses Reichtums in gesetzliche Zahlungsmittel oder andere Verm\u00f6gensarten transformieren k\u00f6nnen. Ein Direktverkauf der Bitcoin-Einheiten scheint ebenso absurd, als wolle Bill Gates seine Microsoft-Aktien alle auf einmal an der B\u00f6rse verkaufen. Da das Bitcoin-System ein offenes Transaktionsregister ist, l\u00e4\u00dft sich f\u00fcr jeden Teilnehmer leicht nachvollziehen, wann die zuerst emittierten Bitcoin bewegt werden. Der Ausstieg der Insider der ersten Stunde h\u00e4tte neben der fehlende Marktiefe und Liquidit\u00e4t noch eine verheerende psychologische Wirkung auf die Personen, die sp\u00e4ter eingestiegen sind. Die Folge w\u00e4re ein schneller Wertverfall in Richtung des inneren Werts der Bitcoin-Einheiten: der Null. Ihr virtuelles Bitcoin-Verm\u00f6gen w\u00e4re wie Schnee in der Sonne zusammengeschmolzen, ohne dass Sie gro\u00df St\u00fccke losgeworden w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Also mu\u00df ein anderer Weg her. Einer, der den neu in das System Eintretenden die Illusion bel\u00e4\u00dft, auch sie k\u00f6nnten mit dem Bitcoin noch reich werden. Am besten Sie bauen um den Bitcoin herum eine ganze Palette von Produkten, die den angeblichen Erfolg ihrer \u201eW\u00e4hrung\u201c signalisieren. Zum Beispiel einen laufend aktualisierten Bitcoin-Index, auf den strukturierte Produkte aufgelegt werden k\u00f6nnen. Einen Bitcoin-Future (tats\u00e4chlich sind es schon zwei Futures), der ihnen wenigstens teilweise ein Hedging ihrer Position erm\u00f6glicht oder gar Bitcoin basierte Wertpapier- und Kreditm\u00e4rkte, die dem Ganzen den Anstrich geben, es handele sich beim Bitcoin um eine ganz normale \u201eW\u00e4hrung\u201c, die einfach besser ist als alle anderen W\u00e4hrungen. All dies lassen Sie von einem unkritischen Umgang der Medien mit dem Thema flankieren und heraus kommt im optimalen Fall eine Melange aus \u00dcberzeugungst\u00e4tern und Spekulanten, die einen noch D\u00fcmmeren zur Realisierung ihrer Gewinne suchen (Bigger-Fool-Theorie). Aber wie sagte bereits ein \u00f6sterreichischer Pokerspieler treffend zu diesem Thema:<\/p>\n<p><em>\u201eWenns Du den Dummen im Raum net erkennst, bist des am Ende selbst\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote>\n<p><strong>Was bleibt?<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Um diese Frage zu beantworten, sollte zwischen dem Zahlungsmittel Bitcoin und der Blockchain-Technologie unterschieden werden. Nach den obigen Ausf\u00fchrungen ist kaum vorstellbar, dass der Bitcoin als Geldersatz eine gro\u00dfe Zukunft vor sich hat. Die grunds\u00e4tzliche Problematik des Zahlungsmittel Bitcoin l\u00e4sst sich nicht l\u00f6sen. Entweder der Bitcoin bleibt ein dezentrales Netzwerk prinzipiell gleichberechtigter Nutzer (Peer to Peer Netzwerk), das aufgrund vielf\u00e4ltiger Problematiken in der Ausgestaltung eher fr\u00fcher als sp\u00e4ter in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird. Oder es hat den Anspruch sich als alternatives Zahlungssystem zu etablieren, das in Konkurrenz zu anderen Zahlungsdienstleistern wie VPay oder Visa steht. In diesem Fall m\u00fcssen gro\u00dfe Effizienzsteigerungen im Transaktionsdurchsatz geleistet werden. Dies wiederum geht nur bei einem Verzicht auf Dezentralit\u00e4t und bei einer Spezialisierung einzelner gro\u00dfer Gruppen auf die Kernfunktion der Transaktionsverbuchung, die ohne k\u00fcnstliche Schwierigkeitsgrade und die Verschwendung von IT- und Energieressourcen auskommen mu\u00df. F\u00fcr den Nutzer eines solchen Netzwerks stellt sich allerdings dann die Frage, welchen Vorteil er noch gegen\u00fcber den anderen etablierten Zahlungsdienstleistern hat.<\/p>\n<p>Aber selbst wenn es dem Bitcoin-Netzwerk gel\u00e4nge, hinsichtlich Kosten und Transaktionsdurchsatz konkurrenzf\u00e4hig zu werden, bliebe das Verfahren der Neuemissionen von Bitcoin mehr als fragw\u00fcrdig. Dass ein paar hochspezialisierte IT-Firmen die Seignorage, also die Differenz zwischen Herstellungswert und Gebrauchswert einer W\u00e4hrung, f\u00fcr einen im Kern einfachen Verbuchungsvorgang einsacken, l\u00e4\u00dft sich kaum rechtfertigen (auch nicht durch k\u00fcnstlich hochgetriebene Kosten der Bitcoin-Erstellung). Die Seignorage war schon immer ein beliebter Geldsegen f\u00fcr die M\u00e4chtigen dieser Welt. Jedes kleinste F\u00fcrstenhaus hatte im 18. Und 19. Jahrhundert sein eigenes Bargeld ausgegeben. Selbst bei Goldm\u00fcnzen lie\u00df sich durch M\u00fcnzverschlechterungen, das hei\u00dft durch eine Herabsetzung des Goldgehalts bei gleichbleibendem Nominalwert, noch ein Zusatzertrag erzielen. Kein Wunder, das mit dem Aufkommen der Nationalstaaten dieser W\u00e4hrungsvielfalt ein Ende gesetzt wurde, indem der Staat die Seignorage f\u00fcr sich beanspruchte und die Geldemission in Notenbanken zentralisierte. Das heutige Fiat-Geld kommt in die Welt, indem die Notenbank gegen Hereinnahme von \u00fcberwiegend Staatsanleihen Zentralbankgeld ausgibt. Zuerst leiht sich der Staat f\u00fcr seine Ausgaben Kapital und danach kauft es eine andere staatliche Stelle wieder zur\u00fcck, indem sie das Land mit einem Zahlungsmittel begl\u00fcckt. Damit die privaten Banken das schlucken, wurde ihnen durch Fractional Reserve Banking und Giralgeldsch\u00f6pfung ebenfalls das Recht zur wundersamen Geldvermehrung einger\u00e4umt. Ein derartiges System kann sich nur durchsetzen, indem die Menschen dazu gedr\u00e4ngt werden, dieses Geld auch zu benutzen. Dies wird bei gesetzlichen Zahlungsmitteln durch den Annahmezwang gew\u00e4hrleistet. Ein Privileg, das Bitcoin nie genie\u00dfen wird, da kein Staat auf Seignorage verzichten mag.<\/p>\n<p>Als Zahlungsmittel und Zahlungssystem wird der Bitcoin sich also nicht durchsetzen. Anders k\u00f6nnte das bei der zugrundeliegenden Verschl\u00fcsselungstechnologie aussehen. Die Blockchain ist nichts anderes als ein Register, in das unter bestimmten Regeln Informationen abgelegt werden. Die Kryptologie erlaubt allen Nutzern eine eindeutige Verifikation, von wem die Information zu welchem Zeitpunkt in einem Block abgelegt wurde. Die Informationen sind in der Blockchain mit einem mathematischen Wert (Hashwert) verkn\u00fcpft. Eine Manipulation oder eine \u00c4nderung der Daten ist nicht m\u00f6glich, da sich dann andere Hashwerte ergeben w\u00fcrden. Das kling zun\u00e4chst einmal ein wenig abstrakt. Aber die Blockchain-Technologie verf\u00fcgt \u00fcber den Vorzug, Nachweise dar\u00fcber erbringen zu k\u00f6nnen, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt existiert haben. Eine nachtr\u00e4gliche Datenmanipulation in der Art der sowjetischen Geschichtsschreibung oder die beliebte Ausrede des Nichtgewu\u00dfthabens sind dann nicht mehr m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Anwendungen der Technologie sind vielf\u00e4ltig. Ein Einsatz w\u00e4re zum Beispiel in Netzwerken denkbar, in denen ein 51% Angriff ausgeschlossen werden kann, da die Nutzer vertraglich dem gleichen Zweck verpflichtet sind und \u00fcber die gleiche IT-Ausstattung verf\u00fcgen. Also zum Beispiel in Firmennetzwerken, in denen buchhalterische Informationen wie z.B. Materialbest\u00e4nde verwaltet werden. Oder bei \u00f6ffentlichen staatlichen Registern und bei Attesten oder Berufsabschl\u00fcssen, wo in einer Blockchain eindeutig verzeichnet ist, welche Dokumente ausgestellt wurden. Gef\u00e4lschte Dokumente w\u00e4ren wertlos, weil sie mit keinem Eintrag in einer Blockchain korrespondieren. \u00dcber die zweiteilige Signatur lie\u00dfe sich zum Beispiel auch der Gebrauch von Gegenst\u00e4nden autorisieren. Mietautos k\u00f6nnten direkt starten, wenn der Benutzer mit einer kryptografischen Signatur nachweist, da\u00df er die Berechtigung f\u00fcr dieses Fahrzeug hat. Die IT-Spezialisten, die heute ihr Geld noch mit der Programmierung von Bitcoin-Systemen zur Abwicklung von Finanztransaktionen verdingen, m\u00fcssen also nicht (alle) auf dem \u201eM\u00fcllhaufen der Geschichte\u201c (Trotzki) landen. Wenn das mal kein vers\u00f6hnliches Schlu\u00dfwort ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Markus Mezger\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sch\u00f6naich, den 2.2.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Markus Mezger | 2. Februar 2018 Eines vorneweg. Dieser Artikel bem\u00fcht sich nicht um Ausgewogenheit oder Objektivit\u00e4t. Der Leser wird nicht viele Formulierungen finden, die dem Schema \u201eEinerseits \u2026. Andererseits\u201c gehorchen. Vielmehr ist dieses Papier ein Pamphlet. 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